Druckschrift 
4,2 (1831) Chemische Operationen und Geräthschaften, nebst Erklärung chemischer Kunstwörter in alphabetischer Ordnung
Entstehung
Seite
730
Einzelbild herunterladen
 

730

Analyse.

die Säure Fluorwasserstoffsäure ist, was man theils durchdie Kieselerde, welche der Tropfen nach dem Abdampfender Flüssigkeit auf dem Glase zurückläfst, theils durch diegelbe Farbe, welche die Säure dem Fernambuckpapier er-theilt, erkennt. Bisweilen ist die Säure in diesem Was-ser Fluorbor, sie gibt dann keine Zeichen einer Aetzungdes Glases, und das Fernambuckpapier wird an der Stelle,wo es von der sauren Flüssigkeit getroffen wird, erst gelb,aber nach dem Trocknen weifs. Fs versteht sich von selbst,dafs wenn aufser Wasser noch eine andere Substanz zu-gleich mit überdestillirt, diese nach den anzugebenden Re-geln untersucht werden mufs.

Der zweite Moment der Analyse ist, den festen Kör-per in aufgelösten Zustand zu versetzen. Diefs kann ge-schehen, entweder unmittelbar durch Auflösung in Was-ser oder in einer Säure, oder, wenn der Stoff nicht da-von angegriffen wird, nach vorhergegangenem Glühen,entweder mit einem Alkali oder mit saurem schwefelsau-ren Kali, wodurch die vorher unauflösliche Verbindungzerstört wird, und seine Bestandtheile die Eigenschaft,von Wasser oder Säuren aufgenommen zu werden, wie-dererhalten.

Zur Auflösung bedient man sich der Chlorwasserstoff-säure oder eines Gemenges derselben mit Salpetersäure *);

# ) Diese Auflösungen geschehen in Glaskolben, bei einer all-mählig bis zum Kochen erhöhten Wärme. Der Glaskolben■wird in einer Sandkapelle so geneigt gestellt, dafs er einenetwas kleineren Winkel als 45° rnit der Ebene der Kapellemacht, wodurch Verlust durch Aufbrausen oder Spritzen gänz-lich vermieden wird. Je schwerflüssiger, je kieselhaltiger undje weniger bleioxydhaltig das Glas ist, um so besser. Es be-gegnete mir sonst häufig, dafs das Glas bei der Digestion vonden Säuren angegriffen wurde, und ich weifs keine bessereArt, dasselbe vorher zu prüfen , als Schwefelsäure oder con-centrirte Salpetersäure einige Stunden darin zu kochen; wennman das Glas darauf nach dem Waschen weniger klar findet,so ist es sehr angegriffen, oder wenn es, so lange es nafsist, klar bleibt, aber bei dem Trocknen, da, wo die Säurestand, unklar wird, so ist es weniger angegriffen, aber aufjeden Fall zu diesen Zwecken untauglich. Wo man kein Kö-nigswasser zu nehmen braucht, ist es am besten, die Auflö-