Druckschrift 
4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
677
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Odorin. 677

Silbersalze fällbarer, extractartiger Körper, und eine un-lösliche, braune, pulverförmige Substanz.

Die Doppelsalze des Odorins haben gröfsere Bestän-digkeit und mehr die Charactere von Salzen. Schvve-felsaures Kupferoxyd wird von Odörin mit intensivblauer Farbe aufgelöst; hierbei bleibt aber ein basischesschwefelsaures Kupferoxyd zurück, woraus folgt, dafs dieLösung eine Verbindung von schwefelsaurem Odorin mitschwefelsaurem Kupferoxyd enthält. Beim Verdunsten lie-fert sie ein grünes basisches Doppelsalz, aus welchem end-lich das überschüssige Odorin verfliegt. Auf gleiche Weiseverhält sich auch essigsaures Kupferoxyd. Wird diewäfsrige Lösung dieses Salzes mit Odorin versetzt, so ent-steht kein Niederschlag, und beim freiwilligen Verdunstenkrystallisirt daraus, in dem Maafse, als das überschüssigeOdorin verfliegt, ein basisches Doppelsalz in grasgrünenKrystallen, die ihren Odoringehalt an der Luft nicht ver-lieren. In Wasser und Alkohol ist es löslich, in Aetherunlöslich. Sowohl für sich als in wäfsriger Lösung de-stillirt, geht zuerst Odorin, und darauf essigsaures Odorinüber, und in der Retorte bleibt eine Lösung von neutralemessigsauren Kupferoxyd, gemengt mit dem gefällten brau-nen, überbasischen Salz, zurück. Weder Kupferoxydnoch kohlensaures Kupferoxyd werden vom Odorinaufgelöst. Vermischt man eine Lösung von Quecksil-berchlorid mit chlorwasserstoffsaurem Odorin, so ver-einigen sie sich, und beim Verdunsten der Lösung fälltdaraus ein wasserklares Oel nieder, welches ein in derLuft unveränderliches Doppelsalz ist. Wird die wälsrigeChlorid-Auflösung mit einer Lösung von Odorin vermischt,so schlägt sich ein basisches Salz in Gestalt eines krystalli-nischen Pulvers nieder, welches in 10 Th. kochenden Was-sers löslich ist, und beim Erkalten gröfstentheils wiederherauskrystallisirt. Es kann nicht gekocht werden, weildabei das Odorin mit den Wasserdämpfen weggeht unddas Chlorid zurückläi'st. Eben so verhält sich auch daswasserfreie Salz. Es ist in Alkohol und Aether löslich undzersetzt sich allmäblig in offener Luft. Beim Vermischen