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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
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Sal cornu cervi.

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schlossenen Glasgefäfsen aufbewahrt werden, weil sich sonstdas Oel durch die Luft gelb färbt. In manchen Pharma-copöen, und namentlich den englischen, wird dieses Salznur als kohlensaures Ammoniak betrachtet, und ist dahervon der Liste ihrer Arzneimittel gestrichen; allein diefs istgewifs durchaus unrichtig, da das darin enthaltene gerei-nigte ßrandöl, die ölartige Salzbasis, an seiner medicini-schen Wirksamkeit ganz bestimmt Theil hat.

Aufser kohlensaurem Ammoniak und Brandöl, enthältdie alkalische Flüssigkeit etwas Schwefelammonium, wel-ches sich durch Eintlufs der Luft allmählig in unterschwef-lichtsaures, schweflichtsaures und schwefelsaures Ammoniakverwandelt, eine gewisse Menge Brandharz, und, je nachungleichen Thierstoffen, veränderliche Mengen von essig-saurem Ammoniak, von welchem sie wahrscheinlich nie-mals frei ist. Das ßrandharz lälst sich gröfstentheils durchKnochen- oder Blutlaugenkohle wegnehmen.

Sowohl diese Flüssigkeit als das Salz werden als in-nere Heilmittel angewendet. Die Namen Hirschhorngeistund Hirschhornsalz (Sal und Spiritus cornu cervi) kom-men daher, dafs man ehemals zu ihrer Gewinnung vor-zugsweise Hirschhorn nahm, da es kein Markfett enthält.Jetzt werden dazu häufig Knochen genommen, die manvor dem Brennen durch Auskochung vom Markfett gerei-nigt hat. Die ßrandöle vom Fett sind ganz verschiedenvon denen anderer Thierstoffe, und durch ihre Einmischungwerden die Eigenschaften der Brandöle aus den letzterenganz verändert.

2. Das Branclöl, Oleum cornu cervi, allgemeineraber unter dem Namen Oleum animale Dippelii. bekannt,nach Dippel, der es zuerst in reinem Zustand erhielt. Daszuerst übergehende Oel ist blafsgelb, färbt sich aber imVerlauf der Operation immer mehr, verdickt sich, wirdzuletzt schwarz und zähe, und sinkt in der überdestilliren-den Flüssigkeit unter. Durch Umdestilliren mit Wasserwird es gereinigt, und geht dabei ganz farblos über; esbleibt dabei ein mit etwas Oel verunreinigtes Brandharzzurück, worüber mir keine nähere Untersuchung bekanntIV. 43