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Milch.
4. Extractartige thierische Materien. Wenn mandie Flüssigkeit, woraus sich der Milchzucker abgesetzt hat,zur Trockne verdunstet, und die Masse mit Alkohol von0,833 extrahirt, so nimmt dieser den größten Theil davonauf, während Milchzucker und die in Alkohol unlöslichenSalze Zurückbleiben. Beim Verdunsten des Alkohols bleibtein gelbes, saures Extract, welches so vollkommen dieäul’seren Eigenschaften des Alkoholextractes vom Fleischebesitzt, dals man auch allen Grund hat, dieselben Bestand-theile darin anzunehmen, jedoch sind diese hier noch nichtmit der Sorgfalt, wie die aus dem Fleischextract, untersuchtworden. Dagegen scheint die Milch nur wenig zu enthal-ten, was dem Wasserextract des Fleisches entspräche, dader in Alkohol unlösliche Theil eine ganz pulverförmigeMasse ist, welche mit Wasser eine wenig gefärbte Lösungbildet.
5. Milchsäure. Diese Säure ist von Scheele ent-deckt worden. Er fand sie in saurer Milch, worin sie inder grölsten Menge vorkommt; sie ist aber auch in fri-scher Milch enthalten, ist darin die Ursache ihrer lackmus-röthenden Eigenschaft, und ertheilt dem eben erwähntenAlkoholextract die Eigenschaft, auf freie Säure zu reagi-ren. Sie kommt aufserdem, wie wir schon sahen, in allenFlüssigkeiten des Körpers vor, theils frei, theils mit Alkaligesättigt, und scheint sich bei den meisten Thierklassen zufinden.
Scheele bereitete die Milchsäure auf folgende Weise:Die Molken von saurer, geronnener Milch wurden bis zuRückstand eingedampft, darauf zur Ausfällung der darinaufgelösten Knochenerde mit Kalkhydrat gesättigt, filtrirt,mit dreimal so viel Wasser verdünnt, und die Kalkerdevorsichtig durch Oxalsäure niedergeschlagen; darauf wurdedie filtrirte Lösung im Wasserbade zur Trockne verdun-stet, und die freie Säure mit concentrirtem Alkohol ausge-zogen, wodurch Milchzucker zurückblieb. Nach Verdun-stung des Alkohols blieb die Milchsäure zurück. Scheeleübersah indessen hierbei, dafs diese Säure alle in Alkohollöslichen thierischen Materien und Salze der Milch enthal-
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