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Amnios - Flüssigkeit.
mit Salpetersäure vermischt und abgekühlt, wodurch sicheine Menge warzenförmiger Krystalle absetzten, die siefür salpetersauren Harnstoff halten. Die Entdeckung vonHarnstoff in dieser Flüssigkeit wäre unstreitig recht merk-würdig, allein die Verfasser haben nicht eine einzige Probeangegeben, welche bewiese, dafs diese Krystalle nicht einabgesetztes salpetersaures Salz von zersetztem milchsaurenAlkali waren, wie es bei den Flüssigkeiten des Fleischesder Fall ist. — Die Gegenwart jener gefällten Säure unddes Harnstoffs in dem Kindswasser vom Menschen würdeübrigens dafür sprechen, dafs der Harn des Fötus ausfliefstund sich mit dem Kindswasser vermischt, da beim Men-schen eine besondere Allantoisflüssigkeit fehlt.
Aufserdem fanden sie im Kindswasser viel Kochsalz,phosphorsaures, schwefelsaures und kohlensaures Natron,schwefelsauren Kalk und Spuren von Kalisalzen. Ob dieschwefelsauren Salze erst beim Verbrennen gebildet wor-den sind, oder wirklich in der frischen Flüssigkeit ent-halten waren, haben sie nicht angegeben.
Die Amnios-Flüssigkeit von einer Kuh ist vonVauquelin und Buniva untersucht worden, deren Ar-beit die Aufmerksamkeit der Chemiker durch die Entdek-kung einer neuen Säure auf sich zog, die sie ylmnios-säure nannten. Allein zu dieser Untersuchung scheinensie ein Gemenge der Allantoisflüssigkeit mit Amniosflüssig-keit genommen zu haben, wodurch also das Piesultat ihrerAnalyse die Bestandteile von beiden enthält. Dieses Ver-sehen ist von Dzondi entdeckt worden, welcher zeigte,dafs die Allantoisflüssigkeit im Ganzen nichts Anderes alsder Harn des Fötus i?t.
Pr out hat die Amniosflüssigkeit einer Kuh, in einerfrühen Periode der Trächtigkeit, untersucht. Sie hatteeine gelbliche Farbe und war von kleinen, glänzenden,darin schwimmenden Partikelchen unklar; sie schmecktewie frische Molken, roch ähnlich wie frisch gemolkeneMilch, und zeigte sich auf Reactionspapier völlig neutral.Beim Umschütteln schäumte sie stark. Im Kochen gerannsie; diefs wurde aber durch einen Zusatz von Essigsäure