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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
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Harn.

sie anzustellen beabsichtigten. Sie sammelten auf dieseWeise 600 Stück, und es war ihnen dadurch möglich,eine grofse Anzahl von Varietäten zu untersuchen; sie fan-den dieselben Substanzen, wie W r ollaston, und dazunoch harnsaures Ammoniak, und in zwei Harnsteinen Kie-selerde. Mit Hecht hat man dem Verfasser der Beschrei-bung ihrer gemeinschaftlichen Arbeit vorgeworfen, dafs erdie Resultate vonWollaston ignorirt habe, die fast dreiJahre früher in den Acten einer gelehrten Gesellschaft be-kannt gemacht waren, mit denen die französische Aka-demie der Wissenschaften weniger, als alle andere, hätteunbekannt bleiben können. Proust fand hernach mensch-liche Harnsteine, welche kohlensauren Kalk enthielten.Man bezweifelte anfangs seine Angabe, weil Fourcroyund Vauquelin diesen Bestandteil nicht gefunden hat-ten; spätere Erfahrungen aber bestätigten dieselbe. Wol-laston entdeckte darauf im Jahre 1810 einen neuen Be-standteil von Harnsteinen, den er Cystic oxide nannte.A. Marcet fand eine andere Substanz, der er den Na-men Xanthic oxide gab, und endlich auch einen SLein ausdem Faserstoff des Bluts; und Lindbergson entdeckte,bei der Analyse eines Harnsteins, harnsaures Natron undkohlensaure Talkerde als Bestandteile desselben.

Die Ursache der Bildung von Harnconcretionen be-steht entweder darin, dafs schwerlösliche Bestandteile desHarns von den Nieren in gröfserer Menge gebildet wer-den, als der Harn aufgelöst halten kann, oder darin, dafsdie Menge der freien Säure im Harn zu gering wird, umdie phosphorsauren Erdsalze aufgelöst zu erhalten, oderendlich auch darin, dafs durch eine krankhafte Dispositiondie Nieren ungewöhnliche und im Harn schwerlösliche,sich sogleich absetzende Substanzen, wie z. B. oxalsaurenKalk, erzeugen. Die Art, wie sich solche aus der Auflö-sung absetzen, kann mehrfach sein. Entweder schlagensie sich in Pulverform nieder und gehen mit dem Harnweg, der dadurch milchigt und unklar wird, oder siesetzen sich unmittelbar im Nierenbecken ab, setzen sichan dessen innerer Seite anfangs fest, lösen sich dann nach