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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
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Harn.

In Wasser lösliche Materien:Extractartige Materie und

I.

<2,

3.

Salze.

Harnschleim, mit Knochen-erde und Spuren von Eisen-

1,37

3,44

0,99

oxyd.

0,34

0,31

0,46

Wasser.

91,19

92,46

92,10.

Hieraus sieht man, dafs der Harn um so concentrirterwar, je mehr Zucker er enthielt, d. h., dals um so gerin-ger sein Wassergehalt war.

Mit grofser Sorgfalt hat man in dem Blute solcherKranken Zucker gesucht, aber stets mit so verneinendemResultat, dafs man den Sitz dieser Krankheit als entschie-den in den Nieren annehmen kann, welche alsdann durcheine fehlerhafte Beschaffenheit alles ihnen Zugeführte mitder gröfsten Schnelligkeit in Harnzucker umwandeln, stattnur daraus das für den Lebensprozeis nicht weiter Brauch-bare abzusondern. Man hält diese Krankheit für unheil-bar, und sie ist auch in der That nur selten geheilt wor-den. Was noch am besten zu helfen scheint, ist, denKranken nur allein von thierischer, d. h. stickstoffhaltigerNahrung leben zu lassen, um auf diese Weise den Nie-ren alle solche Stoffe zu entziehen, woraus sich leichtZucker bilden kann. Nach Thenard erleidet der Harn,ehe sich die Menge des Zuckers zu vermindern und alsoHarnstoff wieder zu bilden anfängt, die Veränderung, dafser eiweißhaltig wird, was nachher wieder verschwindet.Den stattfindenden Fortgang der Besserung ermittelt 'manleicht dadurch, dafs man auf die unten anzuführende Artuntersucht, ob sich die Menge des Harnstoffs wieder ver-mehrt.

Es gibt noch eine andere Art von Diabetes, D. insi-pidus, so genannt, weil dabei der Harn nicht süfs schmeckt,seine Menge aber doch unnatürlich vermehrt wird. Hier-bei hört die Bildung des Harnstoffs auf, und solcher Harnhinterläfst nach dem Verdunsten einen braungelben Syrup,aus welchem nichts krystallisirt und der schwach sauer