374 Harn.
der Luft setzt er kleine Krystalle von kohlensaurer Kalk-erde und Talkerde ab.
Der Schweineharn ist von Lassaigne untersucht.Er ist blafsgelb, klar und durchsichtig. Er enthält Harn-stoff, schwefelsaures Kali und Natron, Chlor-Kalium, -Na-trium und - Ammonium, und Spuren von kohlensauremund schwefelsaurem Kalk.
Der Biberharn enthält, nach der Untersuchung vonVauquelin, zweifach kohlensaure Kalkerde und Talk-erde aufgelöst, die sich beim Abdampfen niederschlagen,Harnstoff, harnbenzoesaures Natron und andere, im Harnpflanzenfressender Thiere gewöhnliche Bestandteile, aberkeine phosphorsaure Salze und keine Harnsäure. Außer-dem enthält er unzersetzte Plianzenstoffe aus der Weiden-rinde, seiner gewöhnlichen Nahrung, welche dadurch ent-deckbar sind, dafs ein in Alaun gebeiztes Zeug, in denBiberharn gelegt, sielt dadurch gerade so wie in einerInfusion von Weidenrinde färbt.
Der Harn von Kanijiclien und Meerschweinchen,ebenfalls von Vauquelin untersucht, reagirt alkalisch,braust mit Säuren, läfst an der Luft kohlensauren Kalkfallen, und enthält, aufser Harnstoff, die im Harn gras-fressender Thiere gewöhnlichen Salze.
Der Harn der Vögel zeichnet sich durcli einen sehrgrofsen Gehalt an Harnsäure, gewöhnlich als zweifach harn-saures Ammoniak vorhanden, aus. Der Harn der fleisch-fressenden Vögel enthält, nach Coindet, Harnstoff, fehltaber in dem der pflanzenfressenden Vögel, ungeachtet die-ser saures harnsaures Ammoniak enthält. Der Harn derRaubvögel soll aufserdem einen grünen Farbstoff enthal-ten. Fourcroy und Vauquelin fanden im Harn desStraußes: Harnsäure, zu ^ seines Gewichts, eine thieri-sche Materie, schwefelsaures Kali, schwefelsauren Kalk,Salmiak, eine ölartige Substanz und, jedoch unsicher, Es-sigsäure.
Der Schlangenharn ist ein wenig gefärbtes Liqui-dum, welches gleich nach der Ausleerung zu einer weifsen,erdigen Masse erstarrt, die aus Harnsäure, sauren harn-