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Harn.
Oeles, darin auflöst. Das Wasser löst die schon oben er-wähnte Materie auf, und beim Erhitzen hat die Auflö-sung den Geruch von frischem Harn. Diese Materien sindmit keiner anderen aus den übrigen Körperlheilen iden-tisch, und ich weifs nicht, ob sie in jedem Harn Vor-kommen.
Wird der mit Aether behandelte Rückstand von ein-getrocknetem Harn mit Alkohol von 0,833 so lange aus-gezogen, als dieser noch etwas auflöst, der Alkohol abde-stillirt, der Rückstand im Wasserbade so stark als mög-lich eingetrocknet, und hernach mit wasserfreiem Alkoholbehandelt, so löst dieser den grölsten Theil davon auf,ein Theil aber bleibt ungelöst. — Nach dem Abdestillirendes wasserfreien Alkohols schiefst Harnstoff an, und legtman, wenn nichts mehr anschiefsen will, die dicke Masseauf vielfach zusammengelegtes Löscbpapier und preist sie,anfangs gelinde und hernach stärker, aus, so saugt das Pa-pier nach und nach den nicht krystallisirenden Theil ein.Nach Wegnahme des krystallisirten Harnstoffs laugt mandas Papier mit Wasser gut aus, und dampft die fdtrirteAuflösung im Wasserbade ab. Hierdurch erhält man ei-nen dicken, gelben Syrup, in dem sich nur Spuren vonKrystallen zeigen, und der nun aus einem gelben, extract-artigen thierischen Stoff besteht, verunreinigt mit noch et-was Harnstoff, mit milchsauren Salzen und Salmiak. Diegelbe Farbe ist ihm nicht eigenthümlich; denn behandeltman ihn in der Wärme mit Blutlangenkohle, so entfärbtsich die Auflösung und gibt nach dem Abdampfen einfarbloses Extract von denselben Eigenschaften. In derWärme wird es leicht gelb. Auch erhält man diese Ma-terie nach Abscheidung des Harnstoffs mit Oxalsäure, wennman den Ueberschufs der letzteren mit Kalk ausfällt, dieAuflösung filtrirt und im Wasserbade abdampft. Sie istalsdann von Oxalsäure frei, enthält aber ein auflöslichesKalksalz. In concentrirter Form ist sie in der Wärmeweich, in der Kälte zähe, nicht erhärtend, schmeckt bit-ter und zugleich salzig von eingemengtem milchsauren Am-moniak und Salmiak, und riecht nicht eher, als bis sie in