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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
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Harn.

geben; man weifs nicht, was man zu suchen hat, mankennt keine Reagentien, die einzeln und ausgezeichnetauf jeden Bestandtheil wirken, man muß also die Unter-suchungen auf’s Gerathewohl anstellen, und es ist unmög-lich zu sagen, ob nicht das Gefundene und für einebesondere Materie angenommene dennoch ein Gemengevon mehreren sei. Inzwischen will ich die von mir hier-über angestellten Forschungen und ihre Ergebnisse an-führen.

Zuerst wäre der riechende Stoff des Harns zu nen-nen. Warmer Harn dunstet einen nicht unangenehmenaromatischen Geruch aus, der sich beim Abdampfen desHarns vermehrt, aber auch etwas verändert, und wennman den bis zur Syrupsdicke concentrirten Harn zur wei-teren Concentration bei —J— 70 0 bis SO 0 erhält, so geht erin denselben Geruch über, welchen eine Auflösung vonreducirtem Indigo in demselben Augenblick verbreitet, woman sie mit einer Säure fällt. Es ist ziemlich wahrschein-lich, daß ein Theil dieses Geruches von der Abdunstungeines flüchtigen Riechstoffs herrührt; allein der letztere Ge-ruch ist wohl, wie der von Moschus und Bibergeil, eineFolge von Ammoniak-Entwickelung, wobei dieses kleineMengen von Stoffen mit sich reißt, die an und für sichnicht flüchtig sind.

Wird Harn, bis zur Consistenz von dickem Syrup ab-gedampft, in einem verkorkbaren Gelaß mit Aether ver-mischt, und das Gemische bis zu-(-36° erhitzt, wobei derSyrup so flüssig wird, daß er sich mit dem Aether um-schütteln läßt, so färbt sich der Aether deutlich gelblich.Man läßt die Masse erkalten, gießt den Aether von demerstarrten Syrup ab, und wiederholt diese Behandlung mitAether so lange, als dieser noch etwas auszieht, woraufman den sämmtlichen, mit etwas Wasser vermischten Aetherin einer Retorte destillirt. Unterbricht man die Destil-lation, ehe noch aller Aether übergegangen ist, so findetman ihn viel stärker gefärbt, als das darunter stehendeWasser. Beide Flüssigkeiten scheidet man von einanderund verdunstet jede für sich. Das Wasser hinterläfsl eine