Harnsäure.
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Schleim, worin sich die Harnsäure abgesetzt, hat an die-ser Bildung des Ammoniaksalzes einen so bestimmten An-theil, dafs wenn man, nach eingetretener Trübung, denHarn filtrirt, den Bodensatz auf dem Filtrum aus wäschtund darauf unter Wasser läfst, die Krystallisation oft inwenigen Stunden vor sich geht. Der Bodensatz aus Harn,welchen man noch warm filtrirt hat, behält beim Auswa-schen und Trocknen sein schimmerndes, feinschuppigesAnsehen, während dagegen der aus unfiltrirtem Harn nachdem Auswaschen und Trocknen deutlich krystallinisch undammoniakhaltig ist.
Beim Erkalten schlägt sich nicht alle Harnsäure ausdem Harn nieder, sondern es bleibt ein nicht unbedeu-tender Theil aufgelöst. Auch setzt nicht jeder gesundeHarn beim Erkalten einen Bodensatz ab, wenigstens nichtbei warmer Lufttemperatur. Dampft man filtrirten Harnab, so bildet sich darin ein grauer Bodensatz, der einGemenge von Harnsäure und phosphorsaurem Kalk ist.Die Harnsäure läfst sich auch, wie schon erwähnt wurde,durch starken Zusatz von Salpetersäure oder Salzsäure ausdem Harn niederschlagen. Sie setzt sich alsdann gewöhn-lich erst nach einer Weile bald pulverförmig, bald kry-stallinisch ab, je nachdem sie schneller oder langsamerniederfällt.
Die aus dem Harn niedergefallene Harnsäure, wie-wohl sie gewöhnlich graulich aussieht, so lange sie nochin dem Harn liegt, wird doch nach dem Auswaschen häu-fig röthlich oder ziegelfarben. Diese Farbe rührt von einemfremden, mit der Säure verbundenen Farbstoff her. Beiintermittirenden Fiebern nimmt die Höhe dieser rothenFarbe bedeutend zu; der Harn setzt dann nach jedemFieberanfall einen starken ziegelfarbigen, zuweilen rosen-rotlien, auch schön carminrothen Bodensatz ab. Diese fär-bende Materie ist zuerst von Proust untersucht worden,der sie anfangs für eine eigene Säure hielt, die er Aciderosacique nannte; nachher aber bemerkte er, dafs sie nichtsAnderes sei, als eine Verbindung von Harnsäure mit einemeigenen extractartigen rothen Farbstoff. Wenn man den