Harnsäure.
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viel mehr, als dafs die Verbindungen der Harnsäure mitden alkalischen Erden ungefähr dieselbe Löslichkeit in kal-tem Wasser haben, wie die vorhergehenden Salze, so dafsz. B> Kalkwasser, wenn man es mit Harnsäure sättigt, dasmit der Kalkerde gebildete Salz aufgelöst behält. Wirdeine gesättigte warme Auflösung von harnsaurem Kali miteiner Lösung von irgend einem dieser Erdsalze vermischt,so wird es dadurch gefällt; am schwierigsten aber dieSalze der Talkerde, deren harnsaures Salz sich so am be-sten aufgelöst erhält. Henry, welcher diefs zuerst beob-achtete, wurde dadurch auf den glücklichen Versuch ge-führt, Magnesia gegen die krankhafte Disposition der Harn-säure-Absetzung aus dem Harn anzuwenden. Die Lösungvon harnsaurem Kali wird von den Salzen aller eigentli-chen Erden und Metalloxyde gefällt. Nur das Goldchlo-rid macht eine Ausnahme davon; es wird aber nach einerWeile dadurch violett gefärbt. Harnsaures Quecksil-beroxyd erhält man, nach Wöhler, durch Vermischeneiner Quecksilberchlorid-Auflösung mit aufgelöstem neu-tralen, harnsauren Kali. Es bildet ein weifses Pulver undwird nach starkem Austrocknen blalsgelb. Durch Kochenmit Kali scheint es nicht zersetzt zu werden. Beim Er-hitzen wird es vorübergehend citrongelb. Bei stärkeremErhitzen wird es schwarz, und entwickelt, aulser Queck-silber, sehr viel cyanichte Säure und Cyanwasserstoffsäure,und, wie es scheint, weder brenzliches Oel noch Wasser.In der Retorte bleibt Kohle zurück. Wahrscheinlich bil-det sich hierbei auch Harnstoff. Die Gase verbrennenmit violetter Flamme.
Vorkommen der Harnsäure im Harn. Derwarme Harn enthält: weit mehr Harnsäure aufgelöst, als sichin einem gleichen Volumen kochendheifsen Wassers auflösenkann. Hierdurch wurde Prout veranlafst, die Harnsäureim Harn als harnsaures Ammoniak aufgelöst anzunehmen,welches beim Erkalten von der übrigen freien Säure zer-setzt werde. Es ist nicht leicht zu sagen, wie eine sozusammengesetzte Flüssigkeit, wie der Harn, die darinenthaltenen schwerlöslichen Materien auflöst. Es wäre