Harnsäure,
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In Chlorgas schwillt feuchte Harnsäure auf, entwickelt,nach Liebig, Kohlensäure und cyanichte Saure, und ver-wandelt sich dabei in Oxalsäure und Salmiak. In trock-nem Chlorgas verändert sie sich bei gewöhnlicher Tem-peratur nicht. Aber erhitzt man die völlig trockne Säurein dem trocknen Gase, so erhält man, nach Liebig, einegrolse Menge cyanichter Säure, Chlorwasserstoffsäure und,nach Kodweifs, auch festes Chlorcyan. Sie verschwin-det dabei bis auf einen kleinen koldigen Rückstand. VonChlorwasser und von Salpetersäure wird sie zuerst in Pur-pursäure, und darauf, bei fortdauernder Einwirkung, inOxalsäure umgewandelt. Auf die Bildung der Purpursäurewerden wir bei der Zerstörung der thierischen Stoffe durchSalpetersäure zuriickkommen. Hier will ich nur noch hin-zufügen, dafs sich die Harnsäure selbst in einer höchst ver-dünnten, warmen Salpetersäure mit Aufbrausen auflöst,und dafs, wenn man diese Auflösung bei gelinder Wärmebis zur Trockne verdunstet, ein rother Rückstand bleibt,welcher ohne Farbe wieder in Wasser löslich ist; man be-dient sich dieses Verhaltens als eines Erkennungsmittelsfür die Harnsäure. Von concentrirter Schwefelsäure wirdsie in geringer Menge aufgelöst; in bedeutender Mengeaber in heifser, ebenfalls ohne Zersetzung, wenn die Tem-peratur nicht zu hoch geht; durch Zusatz von Wasser fälltsie wieder nieder. Mit Salzbasen bildet sie eigenthüm-liche Salze.
Die Zusammensetzung der Harnsäure ist von B e r ar d,
Prout und ganz
neuerlich von Ko
dweifs bestimmt wor-
den. Ihre Resultate sind folgende
B erard.
Prout.
K o d wei fs.
Stickstoff
. . 39,23
31,125
37,40
Kohlenstoff .
. . 33,62
39,875
39,79
Wasserstoff .
. . 7,06
2,225
2,00
Sauerstoff
. . 20,09
26,775
20,81
Berard’s Analyse ist offenbar im Wasserstoffgehaltfehlerhaft. Die anderen beiden stimmen im Kohlenstoff-und Wasserstoffgehalt überein. Bei einer älteren Analysehatte Prout 40,25 Stickstoff und nur 22,75 Sauerstoff er-