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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
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Harnsäure,

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In Chlorgas schwillt feuchte Harnsäure auf, entwickelt,nach Liebig, Kohlensäure und cyanichte Saure, und ver-wandelt sich dabei in Oxalsäure und Salmiak. In trock-nem Chlorgas verändert sie sich bei gewöhnlicher Tem-peratur nicht. Aber erhitzt man die völlig trockne Säurein dem trocknen Gase, so erhält man, nach Liebig, einegrolse Menge cyanichter Säure, Chlorwasserstoffsäure und,nach Kodweifs, auch festes Chlorcyan. Sie verschwin-det dabei bis auf einen kleinen koldigen Rückstand. VonChlorwasser und von Salpetersäure wird sie zuerst in Pur-pursäure, und darauf, bei fortdauernder Einwirkung, inOxalsäure umgewandelt. Auf die Bildung der Purpursäurewerden wir bei der Zerstörung der thierischen Stoffe durchSalpetersäure zuriickkommen. Hier will ich nur noch hin-zufügen, dafs sich die Harnsäure selbst in einer höchst ver-dünnten, warmen Salpetersäure mit Aufbrausen auflöst,und dafs, wenn man diese Auflösung bei gelinder Wärmebis zur Trockne verdunstet, ein rother Rückstand bleibt,welcher ohne Farbe wieder in Wasser löslich ist; man be-dient sich dieses Verhaltens als eines Erkennungsmittelsfür die Harnsäure. Von concentrirter Schwefelsäure wirdsie in geringer Menge aufgelöst; in bedeutender Mengeaber in heifser, ebenfalls ohne Zersetzung, wenn die Tem-peratur nicht zu hoch geht; durch Zusatz von Wasser fälltsie wieder nieder. Mit Salzbasen bildet sie eigenthüm-liche Salze.

Die Zusammensetzung der Harnsäure ist von B e r ar d,

Prout und ganz

neuerlich von Ko

dweifs bestimmt wor-

den. Ihre Resultate sind folgende

B erard.

Prout.

K o d wei fs.

Stickstoff

. . 39,23

31,125

37,40

Kohlenstoff .

. . 33,62

39,875

39,79

Wasserstoff .

. . 7,06

2,225

2,00

Sauerstoff

. . 20,09

26,775

20,81

Berards Analyse ist offenbar im Wasserstoffgehaltfehlerhaft. Die anderen beiden stimmen im Kohlenstoff-und Wasserstoffgehalt überein. Bei einer älteren Analysehatte Prout 40,25 Stickstoff und nur 22,75 Sauerstoff er-