292
Ilorn.
Nach Hatchet’s Beobachtung soll Salpetersäure die blaueFarbe in dunkelgelb, und .Ammoniak in orange umändeni.
Von kaustischen fixen Alkalien wird das Horn ziem-lich leicht aufgelöst, von kaustischem Ammoniak aber nichtim Geringsten angegriffen. Legt man Hornspähne, nachdem Auskochen mit Alkohol, in mit Wasser sehr verdünn-tes kaustisches Kali, so nimmt die Flüssigkeit einen un-angenehmen Laugegeruch an, die Hornspähne gelatinirenund lösen sich allmählig zu einer blafsgelben Flüssigkeitauf, die nur sehr langsam durch Papier filtrirt. WerdenHornspähne mit einer sehr concentrirten Lauge von kau-stischem Kali übergossen, so entwickelt sich im ersten Au-genblick ein sehr unangenehmer Geruch, die Spähne er-weichen und kleben, beim Zusammenkneten unter derLauge, zu einer weichen, kleisterartigen, graulichen, halb-durchsichtigen Masse zusammen. Die Lauge färbt sich ge-sättigt gelb und gibt Spuren von entwickeltem Ammoniak.Hierbei vereinigt sich die Hornsubstanz mit Kali zu derklebrigen Masse, die in der Kälte in der concentrirtenLauge unlöslich ist (in der Wärme löst sie sich darin auf);diese kann man abgielsen, und das Hornkali dann einigeMale mit kaltem Wasser abwaschen. Das Hornkali löstsich ohne Farbe in Wasser zu einer alkalisch schmecken-den und reagirenden Flüssigkeit auf. Vermischt man die-selbe mit Essigsäure, so dafs nicht alles Hornkali zersetztwird, so erhält man einen weifsen, käseartigen Nieder-schlag, der bald zu einer zähen, klebrigen Masse zusam-menbackt, die Hornkali mit dem geringsten Kaligehalt ist.Giefst man die Salzlösung ab und reines Wasser darauf,so gelatinirt sie nach und nach, und löst sich zuletzt zueinem von Säuren zersetzbaren Schleim auf. Setzt man da-gegen so viel Essigsäure hinzu, dafs alles Hornkali zersetztwird und ein kleiner Säureüberschufs in die Flüssigkeitkommt, so entsteht ein, dem vorhergehenden ganz ähnli-cher Niederschlag, der aber aus Hornsubstanz und Essig-säure besteht, und der sich weder in kaltem, noch war-mem Wasser, noch in Alkohol löst; dagegen wird er, be-sonders beim Digeriren, von Essigsäure aulgenommen, und