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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
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Vcrdanungsprozcfs und seine Producte. 245

Schaum, von eingemengter Luft theils ans dem Magen,theils wohl auch während der Veränderung der Masse inden Därmen entwickelt.

Nebst der Galle mischt sich dem Chymus auch dieFlüssigkeit aus dem Pancreas bei. Diese enthält, wie wirschon sahen, sehr viel Eiweifs, und von diesem Augen-blick an bekommt der Chymus die Eigenschaft, beim Er-hitzen zu gerinnen. Ehe die Zusammensetzung dieser Flüs-sigkeit bekannt war, hatten Alex. Marcet, Prout, Bro-die u. a. dieses Vorkommen von uncoagulirtem Eiweifsim Anfänge des dünnen Darms beobachtet, und da siekeines im Magen gefunden hatten, schlossen sie, die Um-wandlung der Nahrung in Eiweifs geschehe im Anfängedes dünnen Darms durch die Zumischung der Galle ; al-lein aus den Versuchen von Tie de mann und Gmelinist es höchst wahrscheinlich, dafs hier das Vorkommen vonEiweifs in ungeronnenem Zustande nur von der Einmi-schung des pancreatischen Saftes abzuleiten ist, und dafsdas vom Magensafte aus der Nahrung Aufgelöste nicht an-ders als in den Saugadern, oder den sogenannten Vasalacten, in die eiweifsartigen Bestandteile des Blutes um-gewandelt werde. Die Ursache, warum man glaubte, derChylus werde schon in der Masse im Darmkanal gebil-det (den man aus einem gewissen Gesichtspunkt als aufserdem Körper liegend betrachten kann), ist, dafs das in derNahrung enthaltene Fett, welches im Magen in geschmol-zenem Zustand auf dem Chymus schwamm, nach der Ver-mischung mit der Galle und dem pancreatischen Safte, ineine emulsionartige Auflösung versetzt wird, von der sichmilchartige Streifen im Chymus bilden; diese milcbartigeFlüssigkeit wird nachher von den Saugadern absorbirt,welche dadurch weifs durchschimmern und daher den Na-men Vasa lactea bekommen haben, so wie die aufge-saugte Flüssigkeit den Namen Milchsaft. Die Versuchevon Tiedemann und Gmelin haben es aufser allenZweifel gesetzt, dafs das milchartige Aussehen nur vonFett herriihrt; es zeigt sich besonders stark von Butter undfehlt ganz nach dem Genüsse von solchen Materien, wel-che kein Fett enthalten.