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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
241
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Verdauungsprozefs und seine Producte. 241

Vögel entschälen zwar die Saamen, verschlucken aber dochden Kern ganz. Die Speiseröhre derselben hat eine Erwei-terung, den sogenannten Kropf, der sich bedeutend aus-dehnen kann. In diesem wird das verschluckte Futter miteiner schwach sauren Flüssigkeit durchweicht, wodurches allmählig seinen Zusammenhang verliert; von hier auskommt es in eine bedeutend geringere Erweiterung derSpeiseröhre (Broveutriculus, Bulbus glandulosusj , daseigentliche Absonderungsorgan für den Magensaft, der vielsaurer ist, als der Saft in dem Kropf. Aus dieser wirddie Masse mit Magensaft in den Muskelmagen (Ventri-culus bulbosusJ geführt, welcher bei den Vögeln gleich-sam das Kauen ersetzt. Dieser Magen ist länglich zu-sammengedrückt und besteht aus starken Muskelfasern;seine innere Seite ist durch eine harte, oft selbst horn-artige, runzliche Haut gebildet, deren Erhabenheiten aufder einen Seite, den Vertiefungen auf der anderen ent-sprechen; sie sondert keinen Magensaft ab. Sobald dasaufgeweichte Futter und der Magensaft zusammen in die-sen Magen gelangen, fangen die Muskelfasern an, dierunzlichen dicken Hautflächen in Bewegung zu setzen, wo-durch nun Alles zu einem gleichförmigen Magma zermah-len wird. Einige Vögel verschlucken gröbere Sandkör-ner, welche dieses Zerreiben unterstützen. Nach Gmelinund Tie de mann findet man in der durch Extraction imKropfe gebildeten Flüssigkeit solche Stoffe aufgelöst, wel-che in dem verschluckten Futter enthalten sind. So ent-hält sie bei Fleisch, Getreide, Erbsen und dergleichen,Eiweifs und Pfianzeneiweifs aufgelöst, und nicht selten insolcher Menge, dafs sie beim Erhitzen coagulirt. Aus derfiltrirten übrigen Flüssigkeit erhält man andere aus demFutter ausgezogene Materien. Yon gleicher Beschaffenheit,aber reicher an aufgelösten Stoffen, ist die aus der Masseim Muskelmagen ausgeprefste Flüssigkeit, die aufserdemvon freier Salzsäure sauer ist. Wenn man von Raubvö-geln diese Flüssigkeit eintrocknet und den Rückstand ver-brennt, so bleibt eine alkalische Asche. Hiernach könntees scheinen, als ob keine freie Salzsäure darin enthaltenIV. 16