Krankhafte Veränderungen in der Galle. 223
därme ergossen, von welcher das Messer eine violetteFarbe annahra; Vögel, mit diesem Messer verwundet,starben, desgleichen auch, wenn ihnen die Galle mit Broteingegeben wurde. Ueber solche krankhafte Veränderun-gen sind aber noch keine chemische Untersuchungen an-gestellt worden.
Bizio hat die Untersuchung einer krankhaft beschaf-fenen Galle bekannt gemacht, wovon das Resultat in che-mischer Hinsicht eine so grofse Sonderbarkeit ist, dafses von Anderen müfste bestätigt werden können, bevorman die ihm zu Grunde liegenden Beobachtungen für rich-tig anerkennen könnte. Bei einer Person, die in einemHospital zu Venedig an einer mit Gelbsucht verbundenenLeberkrankheit gestorben war, fand sich eine dergestaltbeschaffene Galle, dafs sie eine nähere Untersuchung ver-diente. Diese Galle enthielt Klumpen, wahrscheinlich coa-gulirten Gallenblasenschleim, den Bizio als Faserstoff vomBlute betrachtete, und eine ebenfalls unaufgelöste, eigen-thfunliche fette Materie, welche den merkwürdigsten Be-standtheil dieser Galle ausmachte; in der Flüssigkeit auf-gelöst fand er ferner: Farbstoff des Blutes (?), Eiweifs,eine fette gelbliche Materie, ein grünes Harz, ein gummi-und zuckerartiges Extract, Kochsalz, phosphorsaures Na-tron, phosphorsaure Talkerde und Eisenoxyd. Nach Ab-scheidung der in Wasser löslichen Theile, wurde der un-lösliche Rückstand mit Wasser gekocht, wobei sich aufder Oberfläche ein gelbgrünes Fett abschied. Dasselbewurde für sich gesammelt und mit kochendheifsem Alko-hol behandelt. Dieser zog daraus erst eine Portion unge-färbtes Fett aus, mit Hinterlassung einer grünen Materie,die sich nachher beim Kochen mit frischen Portionen Al-kohol vollständig auflöste. Als die Auflösung der grünenMaterie bis zu einem gewissen Grade verdunstet wurde,setzten sich beim Erkalten durchsichtige, smaragdgrüne,rhomboidale Prismen ab. Diese Krystalle hatten 1,57 spec.Gewicht, waren biegsam, weich, vom Nagel ritzbar, fettanzufühlen und ohne Wirkung auf Lackmuspapier. Beiungefähr -j-43° schmolzen sie zu einem Oel, welches beim