Druckschrift 
4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
216
Einzelbild herunterladen
 

216

Galle.

fes, der nach Verdunstung ein braunes Häutchen auf demGlase zuriickliefs. Wieder aufgelöst in Wasser, wurde erdurch GalläpfelaufguTs gefällt. Das ausgesüfste Schwefel-blei wurde getrocknet und mit Alkohol gekocht. NachVerdunstung der Lösung blieb eine fette schmierige, gelb-braune Masse zurück. Diese löste sich gröfstentheils inAether, welcher nach Verdunstung Margarinsäure absetzte,verunreinigt mit Oelsäure. Die fetten Säuren schmecktenweder siifs noch bitter, und lösten sich fast augenblick-lich in verdünntem kaustischen Kali. Die Lösung war bei-nahe ganz klar, so dafs also kein Gallenfett derselbenbeigemengt sein konnte, weil dieses ungelöst gebliebensein würde.

Die mit neutralem essigsauren Bleioxyd gefällte Gallewurde mit basisch essigsaurem Bleioxyd vermischt, wo-durch ein nicht bedeutender, farbloser und pulverförmi-ger Niederschlag entstand, welcher gewaschen und in ei-ner Mischung von Essigsäure und Wasser aufgelöst wurde;die Lösung wurde mit Schwefelwasserstoffgas zersetzt. Diefiltrirte Flüssigkeit wurde zur Trockne verdunstet, unddadurch ein durchsichtiger, fast ganz ungefärbter, gummi-ähnlicher Körper erhalten, welcher sehr bitter schmeckte,sich leicht in Wasser und Alkohol löste, und sich ganzwie der Stoff verhielt, welcher ungefällt in der Flüssigkeitblieb. Das Schwefelblei, mit Alkohol rligerirt, trat an die-sen nur eine Spur von aufgelöstem Schwefel ab.'

Die Lösung, welche das Bleisalz enthielt, wurde mitSchwefelwasserstoffgas zerlegt, filtrirt, und die Lösung inzwei Theile getlieilt. Einer derselben wurde mit sauremschwefelsauren Kali vermischt, damit die freie Säure die-ses Salzes die essigsauren Salze zersetzte, und die Essig-säure beim Verdunsten ausgetrieben werden könne, ohnedafs ein Ueberschufs von freier Schwefelsäure auf denGallenstoff zerstörend einwirke. Nach Eintrocknung derMasse wurde sie zu Pulver zerrieben und mit Alkohol aus-gezogen, der die schwefelsauren Salze ungelöst liefs. DieLösung in Alkohol war sauer. Sie wurde mit kohlensau-rer Baryterde digerirt, bis sie neutral geworden war, dar-