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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
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Leber.

Zweige, bis zu einem gewissen Grade von Feinheit gelangt,gehen direct in die feinen Gänge über, die nachher zugröfseren Stämmen zusammenlaufen und die Abführungs-gänge für die Galle aus der Leber bilden. Allein auchdie, in die Leber eindringende Arterie (Arteria hepatica)gibt sowohl gallenbildende Enden, die sich in den Gallen-gängen endigen, als auch blutführende Enden, die in Ve-nen übergehen und durch die J^ena hepatica das Blutdem übrigen venösen Blute heimischen. Obgleich also dieGalle hauptsächlich aus venösem Blute bereitet wird, sohaben die Anatomen doch zuweilen bemerkt, dafs die Pfort-ader direct in die Hohlader, an der Leber vorbei, gegan-gen, und die Secretion der Galle nur von der zur Lebergehenden Pulsader besorgt worden ist.

So wie man die Zusammensetzung des Parenchymsder Leber, d. b. der die Blutgefäße und die Gallengängeeinwickelnden Masse, angibt, wäre sie sehr unerwartet;dieselbe wäre nämlich zum gröfsten Theil in Wasser lös-lich und den chemischen Bestandtheilen des Gehirnes sehranalog.

Die ersten Untersuchungen über dieses Parenchym sindmit der Leber eines Kochens, und zwar vonVauqueiinangestellt worden; nachher untersuchte Braconnot dieLeber von einem Ochsen, und ganz kürzlich Frommherzund Gugert die Leber vom Menschen. Diese Unter-suchungen zeigen, dafs die Leber Eiweifs in ungeronne-nem Zustande, Fett und das unlösliche Gewebe der Ge-fäße enthält.

Braconnots analytische Untersuchung, als die voll-ständigste, werde ich zuerst anführen. Er nahm eine ab-gewogene Portion aus dem großem Lappen einer Och-senleber, zerrieb sie in einem marmornen Mörser zu Brei,verdünnte diesen mit Wasser, und seihte ihn durch feinenTaffet. Dabei hatte sich der größte Theil der Lebermasseaufgelöst und ging durch das Seihetuch, auf dem nur diezerriebenen Gefäße zurückblieben. Das Durchgegangenewar unklar und etwas milchig. Diese Flüssigkeit verhieltsich wie eine Auflösung von Eiweiß, und gerann stark