Druckschrift 
4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
150
Einzelbild herunterladen
 

150 Speichel.

Wasser zurückbleibende Schleim hat folgende Eigenschaf-ten: er ist undurchsichtig und sieht aus, als wäre er mitphosphorsauren Erdsalzen gemengt. In Wasser ist er ganzunlöslich, mit Essigsäure benetzt er sich und gerinnt, ebenso mit Schwefelsäure und ChlorwasserstofFsäure, und Al-kalien schlagen dann aus diesen Säuren niclus nieder, zumBeweise, dafs dieser Schleim keine freie Knochenerde ent-hält. Er wird von kaustischem Alkali gelöst und darausdurch Säuren gefällt. Das Alkali hinterläfst davon einekleine Menge ungelöst, die von Säuren aufgelöst wird,die aber dann nicht aus diesen von Alkali gefällt wird,und also ebenfalls keine Knochenerde ist. Aber ungeach-tet aller dieser Umstände hinterläfst dieser Schleim nachseiner Verbrennung eine sehr bedeutende Menge Knochen-erde, die sich mit Leichtigkeit weifs brennt, und woraussich aller Wahrscheinlichkeit nach der weiter unten anzu-führende sogenannte Weinstein der Zähne bildet. Im Gan-zen hat dieser Schleim viele Aelmlichkeit mit dem Darin-und Magenschleim, aber dennoch, ungeachtet die Secre-tionsstellen so nahe zusammenliegen, characteristische Ver-schiedenheiten von dem Nasenschleim, der sielt z. B. inSäuren auflöst.

Nach meiner Analyse besteht der menschliche Spei-chel in 1000 Th. aus:

Wasser. 992,9

Speichelstoff. 2,9

Schleim. 1,4

Fleischextract mit milchsaurem Alkali 0,9

Chlornatrium. 1,7

Natron. 0,2

1000 , 0 '

Die Resultate von Gmelins und TiedemannsVersuchen sind folgende:

aj Menschenspeichel, beim Tabackrauchen ge-sammelt, hatte bei -f-12° ein spec. Gewicht von 1,0043.Er bläut deutlich ein empfindliches Lackmuspapier. Zu-weilen fehke diese alkalische Reaction bei ihren Versu-chen, allein sie fanden nie Reaction auf freie Säure. Sie