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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
148
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148 Speichel.

Zunge öffnen. Der Hund und einige andere Raubthierehaben aufserdem noch eine Speicheldrüse in der Augen-höhle, deren Ausführungsgang sich an der innern Seiteeiner der Backenzähne öffnet. Bei den Vögeln findet manwohl Drüsen, die in der Mundhöhle ungefähr auf die-selbe Art, wie bei den Säugethieren, liegen, allein es istunsicher, ob sie Speicheldrüsen sind; sie scheinen eherSchleimdrüsen zu sein, dazu bestimmt, die von den Vögelnungekaut verschluckte Nahrung schlüpfrig zu machen. DieMasse der Speicheldrüsen ist, hinsichtlich ihrer chemischenEigenschaften, noch gar nicht untersucht.

Der Speichel dagegen ist von mehreren Chemikernanalysirt worden. Gmelins und Tiedemanns Ver-suche hierrüber sind die vollständigsten, und sind auchauf den Speichel mehrerer Thiere ausgedehnt.

Ueber den menschlichen Speichel habe auch ich eineanalytische Untersuchung angestellt, wovon ich das Resul-tat zuerst anführen werde, um im Zusammenhang damitTiedemanns undGmelins etwas davon abweichendeResultate mitzutheilen.

Der Speichel, so wie er aus dem Munde ausgeworfenwird, ist gewöhnlich eine gemengte Flüssigkeit, bestehendaus Speichel und dem Schleim, den die Schleimdrüsen imSchlunde, auf der innern Seite des Mundes und in denAusführungsgängen der Speicheldrüsen abgesondert haben.Sammelt man ihn daher in einem hohen und schmalenGlasgefäfse und läfst ihn in Ruhe stehen, so trennt er sichin zwei Schichten, von denen die obere aus einer klaren,farblosen, etwas schleimigen Flüssigkeit, und die untere ausderselben Flüssigkeit, gemengt mit einer weifsen undurch-sichtigen Masse, besteht. Verdünnt man den Speichel mitWasser und schüttelt ihn um, so wird dieser Schleim zer-rieben und sinkt dann vollständiger zu Boden, indem ereinen Niederschlag bildet, ähnlich der Knochenerde, dersich aber, vermittelst eines eingeführten, gebogenen Me-talldrathes, als ein zusammenhängender Schleim aufhebenläfst.

Der Speichel ist eine sehr verdünnte Flüssigkeit, deren