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4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
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Lymphe und Saugadern.

Verdienst hat, die Aufmerksamkeit auf seinen Einllufs beiden Prozessen der lebenden organischen Körper zu len-ken. Er leitete es, in Folge von Porrets Versuchen,von der Electricität ab, und nannte es Endosmose undExosmose, um damit zu gleicher Zeit die nach aufsenund innen durch die Blase vor sich gehende entgegenge-setzte Richtung der Flüssigkeiten zu bezeichnen. Zum Be-weise, dafs bei dieser Erscheinung noch etwas anderes alsein blolses Attractionsspiel sei, hat Dutrochet angeführt,dafs Eiweifs, in einer Glasröhre mit einer Schicht vonreinem Wasser bedeckt, sich nicht damit vermischt, dafsaber die Vermischung sehr bald vor sich geht, so wieeine feuchte Blase zwischen beide gelegt wird. Diefs scheintjedoch nichts anderes zu beweisen, als dafs auch die At-tractionen der feuchten Haut bei der Erscheinung ihre Rollespielen, und bei der Erklärung nicht zu übersehen sind.

Die im Vorhergehenden angeführten Versuche vonMagendie scheinen hauptsächlich durch Endosmose er-klärt werden zu müssen, z. B. der, wo er bei einem le-benden Thier ein Glied so getrennt hatte, dafs es mit demKörper nur durch eine Arterie, die Blut zuführte, unddurch die Venen, die das Blut wieder wegführten, zusam-menhing, und wobei ein in die Masse des abgetrenntenTheiles eingeführtes Strychninsalz bald die Vergiftungs-symptome des so grausam behandelten Thieres hervor-brachte. Dutrochet hat durch einen sehr einfachen Ver-such diese Wirkung der Endosmose versinnlicht. Er nahmein Stück Darm von einem jungen Hühnchen, reinigte esinwendig wohl, füllte es zur Hälfte mit einer Lösung vonGummi, Zucker oder Kochsalz, und legte es, an beidenEnden zugebunden, in eine Schaale mit Wasser, worin essich bald so füllte, dafs es zuletzt vollkommen ausgespanntwurde. Wurde umgekehrt das Darmstück mit reinemWasser gefüllt und in eine Auflösung von Zucker oderSalz gelegt, so wurde es allmählig schlaffer, indem Flüs-sigkeit daraus wegging; aber ein Theil des aufgelöstenStoffes fand sich doch nachher dem Wasser des Darmesbeigemischt.