Druckschrift 
4,1 (1831) Lehrbuch der Thier-Chemie
Entstehung
Seite
4
Einzelbild herunterladen
 

4

Ei n lei tung.

worin sie sich nach der Trennung von ersterem befinden.Es ist im Allgemeinen dieser letziere Theil der Thier-Che-mie, welcher in den chemischen Lehrbüchern abgehandeltworden ist, und auch in diesem wird er den gröfsten Theildes Anzuführenden ausmachen; denn er ist der am bestengekannte, und ist auch zu mehreren im allgemeinen Lebennützlichen Endzwecken anwendbar.

Der chemische Theil des thierischen Lebensprozessesist am meisten beim Menschen untersucht; das Hauptsäch-lichste von dem, was ich nun anführen werde, beziehtsich daher auf die Physiologie des Menschen; aber vierder Linneischen Klassen des Thierreichs, nämlich Säug-thiere, Vögel, Fische und Amphibien, welchen von neue-ren Zoologen der gemeinschaftliche Name Wirbelthiere ge-geben worden ist, haben so ähnliche allgemeine physiolo-gische Verhältnisse, dafs Alles, was von der Physiologiedes Menschen bekannt ist, auch grofsentheils von allenübrigen gilt. Die Anatomie und Physiologie der übrigenThierklassen ist weniger studirt, und wirklich auch vielschwieriger richtig kennen zu lernen; je weniger bei ihnendas Gehirn und Nervensystem ausgebildet ist, um so schwie-riger lassen sich bei ihnen die Erscheinungen dos Lebensuntersuchen, und um so mehr nähern sich diese Thiere demVerhältnifs der Pflanzen, dafs ihre Körper getrennt werdenkönnen und dessen ungeachtet das Leben in den getrenntenTheilen noch lange fortfährt. Auch ist Alles, was ich überThiere dieser Klasse anzuführen habe, fast nur techni-scher Art.

Der thierische Körper enthält dieselben Elemente wiedie Pflanzen, allein der Stickstoff kommt darin weit all-gemeiner als wesentlicher Theil vor, und auch Schwefelund Phosphor finden sich in thierischen Stoffen in bedeu-tend grüfserer Menge als in Pflanzenstoffen. Man weifsnoch nicht mit Sicherheit, in welcher Form diese beidenElemente darin enthalten sind, ob sie darin eins der Ele-mente in dem zusammengesetztesten Atom erster Ordnung,oder ob sie eigene Verbindungen ausmachen, die in klei-nen Quantitäten von mehreren zusammengesetzten Atomen