Druckschrift 
6 (1859) Das Erbtheil des Vaters Die Aussteuer
Entstehung
Seite
126
Einzelbild herunterladen
 

Morfeld (sich heftig losmachen wollend). Um Gottes willen,lassen Sie mich.

Rath (hält ihn mit Gewalt in seinen Armen). Er ist Darner!

Räthin (steht ihn genau an, und mit dem Schrei): Darner!(wankt stc au Sophien hin).

Morset-, Ja, ich bins. Unbarmherzig ist dieß Geständnis).

Rath (läßt ihn los). Ehrlich ist dieß Geständniß unbarm-herzig ist meine Lage unbarmherziger gegen Euch beide wäre derBetrug gewesen, wenn ich jetzt nicht gesprochen hätte.

Rät Hill (erholt sich, sieht Mörfelden sanft au). Darner!Sie sind es? Sie?

Rath. Er ist es. Gehaßt habe ich Dich nin die Thränen,die Du dem Manne weintest, den ich nicht kannte. Ich kenne ihnnun weine! denn glücklicher wärest Du mit ihm geworden,als Du mit mir bist. Nun, mein Herr ich habe diesesWeibes Treue Sie haben ihre ersten Gelübde ichhabe ihre Pflicht Sie haben ihr Herz. Jetzt find sie glück-licher als i ch und ich war glaube ich, in diesem Augen-blicke nicht minder edel, als Sie jetzt fühle ich mich nichtherabgesetzt, wenn ich Ihnen sage, daß ich Sie hochschätze.

Morfcld. Was thun Sie? was soll aus »ns werden?

Rath Das erwarte ich, daß Du es entscheidest. Sieh,Louise gerecht war ich bisher nicht gegen Dich das kannich werden; aber seinen Verlust kann ich Dir niemals ersetzen.Ich will Dich nicht betrügen sey auch Du wahr. Da stehtder Mann Deiner ersten Liebe, hier stehe ich. Was soll ausmir werden?

Räthin. Ach Darner! Ich weine darüber, daß ich Siesehe mit innigem Wohlgefallen sehe ich Sie an, und mitschwermüthigen Erinnerungen. (Sie steht dcu Rath an.) Alles