Druckschrift 
5 (1859) Leichter Sinn. - Die Hagestolzen Verbrechen aus Ehrsucht
Entstehung
Seite
288
Einzelbild herunterladen
 

288

sagte sie, als sic verschied, und ich will bei Gott bitten, daß

es euch gut geht. Und seh' Er, cs hat alles eingetroffen.

Der Therese hatte die Mutter schon vorher einen Mann aus-gebeten. Ich bin auch brav, und die Mutter wird cs schon

machen.

Hofrath. Mein liebes Kind, ich habe eine Bitte an

Dich.

Margrethe. Nun, warum sagt Er sie nicht gleich'?

Hosrath. Sey so gut, schenke mir die Hälfte von DeinenBlumen.

Margrcthc. Da hat Er sie alle.

Hofrath. Wenn Du sie aber jemand anders gern hättestgeben wollen

Margrcthc. So hätte Er sie nicht gekriegt.

Hosrath. Ich danke Dir.

Margrcthc. Er soll morgen noch einen ganzen Korb vollhaben.

Hosrath. Diese sind mir die liebsten.

Margrcthc. Nehme Er den Korb nur mit. Wir machensso, wir gießen heiß Wasser darüber, und trinken es, wenn wirkrank sind.

Hosrath (lächelt). Gebraucht Ihr sonst nichts?

Margrcthc (sehr ernst). O ja. Wir haben auch Hollunder.

Hosrath. Ihr sehd wohl selten krank

Margrcthc. Wir haben nicht viel Zeit dazu.

Hosrath. Um so besser.

Margrcthc. Wenn einmal so etwas kommt, dauertes nicht lange. Bei uns jungen Leuten gar nicht. DieAlten sterben gern. Wir beten ihnen vor, und so schlafen sieein.

Hosrath. So möchte ich hier einschlafcn.