Druckschrift 
4 (1859) Der Spieler [u.a.] Scheinverdienst
Entstehung
Seite
61
Einzelbild herunterladen
 

61

intus innerlich ist's noch gräßlicher. Es sind Bücher-männchen ohne eigenen Gedanken und Willen. Einen schönenMorgen gähnen sie an, und wenn ihnen ein hübsches Mädchen vordie zwei gläsernen Auxiliarangen kommt gehen ihnen die Augenüber. Sie spenden dumme giftige Reden an sie aus undschlafen ein über ihrem bösen Willen. Nun frage ich, was magdoch ein wackeres Mädchen mit so einem Titularmann anfangen?

Mad. Lee seid (kaum an sich haltend). Und so, wie Sie daeinen Menschen beschreiben, so finden Sie meinen Christian?

Uechtlcr. Was das Böse anlangt, konnte ich es zurZeit noch nicht von ihm sagen; aber was das Langweilige anlangenwill, allerdings. Dann Sie nchmens nicht übel, hat der Lkri-stianus keinen festen Fuß in der Welt.

Mab. Zrcfcld. Was heißt das?

Ucchtlcr. Keine Bestimmung für Kleidung, Nahrung undWohnung. Sein Wissen ist eines reichen Mannes Wissen. Lebteer von meiner Tochter Gelde, so könnte das Mädchen einen Ueber-muth bekommen, und alles, was ich so schön gezogen habe, könntein einen wilden Auswuchs übergehen. Mithin lassen wir die Ge-danken fahren.

Mad. Lee seid. Allerdings! wenn Sie die Mamsell Tochterweggcworfcn glauben.

U echt irr. Ich hoffe, Sie sollen deßhalb keinen bösen ^ninnimgegen mich und mein Julchen hegen.

Lllad. Z er seid (kurz). Ganz und gar nicht.

Ucchllcr. Es wäre mir leid, wenn mir derohalben beimeinem alten guten Freunde das Pfeifchen in der Abendstundenicht sollte vergönnt werden, denn ich bin ein wahrer Freund vondem alten Knaben.

MaL. Lceseld. O, das haben Sie bewiesen.