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2 (1858) Herbsttag Die Reise nach der Stadt
Entstehung
Seite
64
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Herr Traut. Warum?

Karl. Die Fortuna ist ausgestorben.

Herr Trant. Wie?

Karl. Die Wirthsleute iu der Fortuna sind todt. Es istmir leid.

Herr Trant. Das glaube ich Dir.

Karl. Da war ich ehemals, als ich noch im Advociren ein-gcspannt war, recht vergnügt. Da ich und scherzte, und glaubte,es könnte noch was werden in der Welt mit mir. Wenn ichdamals Musik hörte, so ging mirs vom Fuß bis in den Wirbel.Jetzt ists nicht mehr so.

Herr Trant. Es geht Dir doch nicht schlimm?

Karl. Nein! aber es geht mir heute doch wieder im Kopfeherum, daß ich denn doch studirt habe.

Herr Trant. Aber schlecht studirt.

Karl. Das ist wahr. Wenn ich jetzt esse, so geschieht«stumm. Ich esse und denke es ist nichts mit dir gewordenin der Welt. Wenn ich jetzt Musik höre, so denke ich wassoll das? Der Fortunenwirth hat auch ein mächtiges Haus ge-baut heute stand ich davor und dachte, was soll das?und das möchte ich nun zu allem sagen, was mir verkommt.

Herr Trant. Jetzt zu Mittage, so wirst Du wiederguter Laune.

Karl. In der Stadt ißt kein Mensch zu Mittage.

Herr Trant. Bist Du gescheidt?

Karl. Sie rennen an den Tisch, schlingen die Gottes-gabe hinunter, reden kein Wort, sind nicht froh, rennen wie-der fort. So lebt alles neben einander. Man ist nicht frohmehr in den Städten, man hat keine Zeit mehr dazu, weilein jeder aussehen will, als stände ihm auf der Stirne: