Druckschrift 
1 (1829)
Entstehung
Seite
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Gleich der endlosen Zeit rinnt aus der Urne derStrom;

Und so kommen und schwinden die Tage, cs stehet dasWirken

Allbelebter Natur immer der Sterbliche, kann'S

Nicht erklären jedoch. Dort ans der Thermen Ruinen

Blühen Violen bereits mitten im Winter in Nom.

Lautlos ist's, wo ein Wort das Schicksal der Volkerbestimmte.

In verwittertem Schutt lieget der Kaiserpalast,

Wo einst goldene Hallen, verweilen einsame Vögel,

Tragen den Raub hinein, thaten's die Kaiser dochauch!

Sanft berührende Lüfte bewegen die einzelnen Blätter,

Wehen Wehmuth zu, Wehmuth ins sehnende Herz.

Trauernde alte Cvpressen erheben die düsteren Wipfel

In die Bläue der Luft, über das trümmernde Nom,

Erustvoll, melancholisch, wie über die Stätte des Todes;

Sein Gefilde bist du, bist nur ein einziges Grab.

In dem Strome der Zeit entrinnet die Macht unddie Größe,

Die der Gegenwart auch; schon das gcborne Ge-schlecht

Tritt zu des Erderoberers Grab hin. Alle beraubend.

Wurdest zum Raube du selbst, Rom, der zernich-tenden Zeit.

Stürztest durch das Gewicht der eigenen alterndenGröße;

Sie ertragen nicht mehr könnt' das entartete Volk.

Es versanken die Werke der herrlichen Noma, zertrüm-mert

Mehr durch die Hände des Volks als der Barbarensogar.