An den Rath zu Bremen, Bedenken von demSacramentstreit zwischen Doctor Albertum Har-denbergium und seinen Gegentheil.
iNottes Gnade durch seinen eingebornen Sohn, Jesum Christum,unfern Herrn und Heiland und wahrhaftigen Helfer, und ein fröh-liches neues Jahr zuvor! Ehrbare, weise, vornehme, günstige Herrn!Ew. Erb. Gesandten haben wir gehört, und die übergebene Schriftund Confession mit Fleiß überlcscn, und vernehmen daraus, daßE. E. als löbliche Regenten Spaltung und Trennung der Kirchein diesen Landen zu verhüten geneigt sind. Derhalben berichtenwir, daß auch in den Kirchen allhier und im ganzen Lande die-ser Herrschaft der Artikel vom Abendmahl des Herrn Christi ein-trächtig, laut der öffentlichen Confession aller dieser Kirchen Anno1530 zu Augsburg überantwortet, gepredigt wird, und ist unserGemüth nicht, Spaltung oder Trennung anzucichten, sondem zubleiben in gemeldeter Confession, und bitten, daß wir in ihr inewiger Einigkeit bleiben, und daß die Kirchen aller sächsischenLande Gottes Wohnung und Kirchen ewig sind. Damit aberEinigkeit erhalten werde, achten wir auch für gut, daß nichtfremde llisputatione» in diesen Artikel gcmenget werden, daßauch beschcidentlich die gewöhnliche Form zu reden behalten werde.Nun haben wir nicht vernommen, daß die Gelehrten in sächsischenLanden diese Worte gebraucht haben: I'anem et vinuin esse essen-tiale eorpus et sanAuinem *), sondern diese Form: eum panesumitur corpns**), ist gewöhnlich, und ist gemäß dieser Form:pauis est coininunioatio corporis***); und zu verhüten viele
*) Das Brot und der Wein sei der wesentliche Leib und das Blut.
**) Mit dem Brtoe wird der Leib empfangen.
***) Das Brot ist die Gemeinschaft des Leibes.