Fragen von eilf streitigen Neligionsartikcl». 171
solchem Trost, was geredet ist. Durch Glauben sind wir gerechtund nicht aus Verdienst unserer Tugend und Werke, wie schönsie sein mögen, und im rechten Schrecken, davon der König Eze-chias spricht: 8iont leo eontrivit onmin 088» mva*). Da leh-ret uns die Noch selbst, daß wir nicht beständigen Trost habenvon unsecn Tugenden, sondern daß man allein auf den Heilandund Mittler, den Sohn Gottes, vertrauen muß. Durch diesenGlauben empfangen wir den heiligen Geist, und haben Trost undFreude an Gott, Röm. 8. „Ihr habt empfangen den heiligenGeist, der den angenommenen Kindern gegeben wird, dadurch wirrufen, Abba, lieber Vater"!
6) So man also erkläret hat, was Glaube ist, muß mander Papisten Gotteslästerung strafen und klar verwerfen; da sielehren, <Io dubitatiune, daß du alle Zeit in Zweifel bleiben sollest,ob dich Gott angenommen habe und sei dir gnädig.
Dieser grausame Jrrthum, den doch das lügenhafte Oonci-linm zu Trident mit vielen Worten ausdrücklich bestätiget, isteine öffentliche Vertilgung des Evangelii, und können alle ver-ständige, gottesfürchtige Menschen leicht bei diesem Artikel verste-llen, daß die Päpstlichen nicht können entschuldigt werden in die-sem Jrrthum, de dubitatione.
Und ist dagegen der schöne Spruch zu merken: l'otin» Kdu-ciav vortitudo ost in protioso snnAuino Cliristi, (vgl. S. 163.)und> Lernliardi in «erinone de anunuviationv: „oportet tevredore, tibi reinitti"**).
7) So nun der Grund geleget ist vom Glauben, darnachfolget die Lehre von den guten Werken oder vom neuen angesan-gencn Gehorsam; denn dieses ist gewißlich der ganzen göttlichenSchrift ausdrückliche Lehre und Verstand, daß ohne Erkenntnißdes Herrn Christi, und außer dem Herrn Christo keine Tugendund Werke Gott gefällig sind. Es muß zuvor Bekehrung zuGott geschehen, und Vergebung der Sünden um des HerrnChristi willen durch Glauben empfangen werden; durch diesenGlauben wird der heilige Geist gewißlich durch den ewigen Vaterund ewigen Sohn in das Herz gegeben in rechtem Trost. Gal. 3.i-j't prolvmrdonenr «piritus rweipiainus per irdonr ***), und wirdalso das Herz zu Gott durch den heiligen Geist genüget, den
*) Er zerbrach mir alle meine Gebeine, wie ein Löwe. Jes. 38, 13.
**) Du mußt glauben, daß dir die Sünde vergeben sei.—
***) „Daß wir den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben."