Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
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Von der PradicanLen zu Nordhausen Uneinigkeitüber die Proposition: gute Werke sind nöthigzur Seligkeit.

habe Niemand mit dieser Sache wollen beladen, dieweildoch etliche Antonio verdächtig sind, und will für meine Personmein Bedenken, das treulich gemeint ist, anzeigen.

Erstlich: so keine andere streitige Sache zwischen den Prä-dicanten ist, denn allein von der Proposition: gute Werke sindnöthig zur Seligkeit; so ist dieses mein Rath zuvor gewesen undnoch:

Erstlich: Daß die Prädicanten all 8t. 8!a8iiiin diese Pro-position nicht predigen, nicht schützen und nicht in Disputationführen wollen, dieweil doch alsobald diese Bedeutung angehängctwird, als sollten gute Werke Verdienst sein der Seligkeit.

Zum andern: Daß sie auch Doctoris Majoris Person undSache nicht auf den Predigtstuhl bringen, sondern stellen dieseszu seiner selbst Erklärung.

Und ist diese Disputation aus vielen vorigen freveln Redenvon zwanzig Jahren her verursacht. Etliche wollen diese Redennicht dulden: gute Werke sind nöthig, oder also: man muß guteWerke thun; sie wollen diese zwei Wörter, neoessitns und llebi-luin nicht haben, und stund der Hofprediger derselben Zeit, undspielete mit dem Wort muß; das Muß ist versalzen; verstundneoessnriunr und riebituiu für erzwungen, durch Furcht der Strafe,extortum vorretione, und redete hohe Worte, wie gute Werke ohneGesetz kamen, so doch necossnriuin und äebituui nicht erstlichheißet extoituin eouetione , sondern die ewige und unwandelbareOrdnung göttlicher Weisheit, und der Herr Christus und Pau-lus selbst die Worte nsoossarium und lleditum brauchen. EinAnderer sagt: Dem Glauben wären gute Werke schädlicher, denn

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