Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
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Daß der Mensch in der Bekehrung zu Gott, indiesem Leben gerecht werde vor Gott, von we-gen des Gehorsams des Mittlers, durch Glauben,nicht von wegen der wesentlichen Gerechtigkeit.

Geschrieben zu Nürnberg, im I. 1555.

ö<-)er Hauptstreit in dieser Sache ist aus diesem Exempel zu ver-stehen: Joseph ist keusch und seinem Herrn treu, und hat vielLugenden, die wahrhaftig Gottes Werk in ihm sind, und istwahr, daß Gott in ihm wohnet, ihn erleuchtet, regieret und stän-ket. Hie ist nun die Frage: ob Joseph von wegen dieser Jn?wohnung oder Tugenden vor Gott gerecht sei, d. i., ob er darunrVergebung der Sünden habe? Und ob seine Person Gott gefäb»lig und angenehm sei, von wegen derselbigen Jnwohnung? Oder:ob er vor Gott gerecht sei, von wegen des verheißenen Mittlers,aus Barmherzigkeit durch den Glauben? Hier ist nicht Recht, alsozu antworten: Joseph ist gerecht vor Gott von wegen der we-sentlichen Gerechtigkeit Gottes des Vaters, Sohnes und heiligenGeistes; oder von wegen der Jnwohnung Gottes, welche Jnwoh-nung eigentlich solche Gegenwärtigkeit ist, darin Gott dieselbenLugenden wirket, sondern also ist zu antworten: Joseph ist ge-recht vor Gott, d. i., er hat Vergebung der Sünden und ist Gottgefällig und angenehm, aus Barmherzigkeit von wegen des ver-heißenen Mittlers durch den Glauben, nämlich von wegen deSGehorsams, dadurch der Mittler Gott versöhnet hat und Für-bitter ist.

Denn diese beiden Predigten müssen bleiben, nämlich dieVerkündigung des Zorns wider aller Menschen Sünde, und dieVerkündigung der Gnade durch den Mittler; und vom Zorn sprichtDavid:Vor dir ist kein Lebendiger gerecht!" und Paulusspricht: 1'utu« inunciu« «it reu« voo (Alle Welt sei Gott schul-dig); und ist diese Rede oft in der Schrift wiederholt.