36 Relation beS gehaltenen Gesprächs in Religionssachen
nun die Anrufung der Heiligen, die Meinung vom Opfer, undApplication der Messe, die Privatmesse, die Meinung im Buchvon der einen Gestalt des Sacraments, das Eheverbot und Man-chem angefochten, ist zu finden in unfern Gegenartikeln.
Ich habe aber etliche geringe Dinge passircn lassen, als vonder Heiligen Gebein, von Bildern, davon man hatte mögen strei-ten. Wir hatten auch einen Artikel gestellet, daß eine jede Obrig-keit schuldig sei, die Bilder, bei denen man Hilfe suchet, als daWallfahrten sind, wegzuthun, aber sie wollten diesen Artikel nichtannehmen.
Und wiewohl wir das Uebrige von der Disciplin, wie dieBischöfe fein sollen, haben passiren lassen, denn wir vorher an-gezeigt, was wir von den Bischöfen halten, so ist doch da ge-meldet, aber nicht geschrieben, daß diese zwei Stücke, weltlichesFürstenthum und das Vischofamt, nicht beisammen stehen könn-ten, und dieweil das Buch spricht: es sollen die Bischöfe sichhalten nach Gottcswort und den alten oanvnibu«, so ist csihm selbst widerwärtig, denn es setzt zugleich diese widerwärtigeStücke, daß die Bischöfe sich halten sollen, wie gesagt, nach denvanonibus, und laßt doch zu, daß sie weltliche Fürsten sind.Darauf geantwortet: daß man in der Reformation zu berath-schlagen, wie durch tüchtige «ukiraF.-uieos der Kirche zu Helsen.
Dieses ist die Summa der Handlung im Gespräch, darauswohl zu merken: hätten sie den Willen, Einigkeit zu machen,daß wir gelinde genug gewesen, und ist der Mangel an uns nichtgewesen. Denn damit man zur Einigkeit käme, haben wir vieleReden passiren lassen, die dunkel oder gefährlich gesetzt, habenauch etliche Artikel nicht angefochten, die dennoch nicht zu ver-schweigen sind.
Daß wir aber etliche Artikel bestritten, das ist sehr Noth-durft gewesen, rechte Lehre zu erhalten, Gott zu Ehren und denGewissen und Kirche zum Heil, und wiewohl ich auch bedenke,daß Einigkeit sehr nützlich, daß Krieg und Zerstörung zu fliehen,so kann ich doch auch jetzt, nach der Handlung, nichts Anderesfinden, denn daß von Nöthen gewesen, diese Stücke zu bestreiten,wollte sie auch noch bestreiten. Doch mögen die Herren undStande thun, was sie bedenken.
Ich aber und meines Gleichen sind schuldig, die christlicheLehre recht und rein zu lehren, und Gott zu bitten, seine Kirchezu erhalten und zu schützen, wie ich nicht zweifele, Gott werdedieß Licht nicht ganz unterdrücken lassen, und wiewohl ich weiß,