Druckschrift 
3 (1829)
Entstehung
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Bedenken Di. Martin Luthers, ob man nachMose oder kaiserlichen Rechten richten und ur-th eilen solle.

äüveil Etliche sind, die hart darauf dringen, als sollten Kaiser!.Liechte unchristlich seyn, habe ich vormals auch geantwortet, undsage noch, wo Kaiser!. Rechte Etwas setzen, das wider Gott Ware,davon ich nichts weiß, soll man sich freilich nicht darnach halten.Weil aber solche weltliche Rechte ein äußerliches Ding ist, wieEssen und Trinken, Kleider, Haus und Hof w., gehen sie dieChristen nicht an, welche durch Gottes Geist nach dem Evange-lio regieret werden.

Nun aber nicht Mose, sondern Kaiscrrechte in der Weltsind angenommen und im Gebrauch, will sich's nicht gebühren,daß wir hier eine Secte und Zwietracht anrichten, und MosesGesetze annehmen, und Kaiserrechte fahren lassen, noch weniger,als um des Essens und Trinkens willen Secten und Zwietrachtanzurichten sind, sintemal Glaube und Liebe mir wohl bleibenkann unter Kaiserrechtcn; ja wir sind schuldig Kaiser!. Rechte zuhalten, und nicht Moses, aus der Ursach: denn die Liebe zwin-get uns, daß wir uns denen eben machen, bei welchen wir sind,weil es ohne Gefahr des Glaubens geschehen kann. Nun sindwir je bei denen, die Kaiserrechte halten und nicht Moses Rechte.

Wenn aber Kaiser und Fürsten zuführen, und einträchtig-lich Mose Rechte annchmen, denen sollten wir auch folgen; sonstsollen wir kein eignes, noch besondrcs Recht vornehmen, unddie Andern damit beleidigen, sondern uns an den Spruch hal-ten (1. Kor. 9.):Mit den Heiden war ich heidnisch, mit denJuden war ich jüdisch." Das will auch Petrus (1. Petr. 2.):Seid untcrthan aller menschlichen Ordnung." Item:Ehretden König!" Und Paulus Röm. 13:Eine jegliche Sele seider Obrigkeit untcrthan" u. s. w. Wenn nun falsche PredigerIU. 1