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Tic Malayen sind bräunlich von Farbe, bald hcllcr als die Berbern,bald cbcnso dunkel; sic habcn zierlich gebaute, abcr mcistcnö nicht schrgroßc Körper, rundlichc Schädcl, langc schwarzc glatte odcr großlockigcHaare, schmalc Augen, nach untcn brcitc Nascn und mäßig dickc Lippen.Sie gleichen durch diese Eigenschaften manchen mongolischen Stämmen,zumal den Chinesen, mit welchen die zunächst anwohncnden malayischenVölker seit alter Zeit in vielfachem Verkehr stehen, ohne ihrer Botmäßigkeitunterworfen gewesen zu sein. Von der Halbinsel MalaccaS über Sumatra,Java, Borneo, die Philippinen und Mvluckcn sich ausbreitcnd, stellen sicauf diesen Inseln die besondere westliche Unterfamilie der ächten Malayendar, zu welchen die Bewohner Neuseelands und der ferner gelegenen austra-lischen Inselgruppen, als zweite östliche Unterfamilie der Occanicr hin-zukommen. Im Sprachbau, trotz so weiter Zerstreuung, gleich große Ver-wandtschaft zeigend, wie im äußeren Ansehen, sind die Oeeanier ebenmäßi-ger, schlanker, kräftiger, namentlich muskulöser gebildet und brauner gefärbt,als die eigentlichen Malaycn; und wie sie ihnen durch solche Eigenschaftenkörperlich vorangehen, so scheinen sic dieselben auch an Geisteskraft zu übcr-trcffcn. Höchst erregbar und beweglich, vermöge ihrer vom Meere allseitigumflossenen Heimath, zeigen die Malayen nicht geringe Anlagen für höhereBildung und Gesittung, aber die Leichtfertigkeit ihres Wesens und die Ge-nußsucht hat bis jetzt eine dauernde Kultur bei ihnen unmöglich gemacht.Während der vordringcnde MuhamcdaniSmus in seiner fanatischen Formdie eigentlichen Malaycn in ihrer Entwickelung lähmte und zur Unter-jochung vorbereitete, als später europäische HandelSvölkcr auf den zugäng-lichen Inseln sich ansicdclten; hat eben derselbe Umstand in den Occanicrndie schlummernden Keime der Bildung geweckt, und daö schnell erfaßteChristenthum ihre natürlichen Anlagen schon mehr geregelt. Gegenwärtignoch unter der Vormundschaft Europas stehend, mögen sic vielleicht bald zueinem eigenen VolkSthum erstarken; besonders wenn sie die Freundschaftder Europäer noch richtiger würdigen, und die Selbstsucht, welche hinterWohlwollen sich versteckt, gehörig von demselben unterscheiden. Denn lei-der hat nicht ein reiner Trieb der Bekehrung und Besserung allein die Eu-ropäer zum Verkehr mit diesen Insulanern bestimmt, vielmehr war cö ihreglückliche Lage mitten im Weltmeer, welche sie zu ihnen führte. So mitden rohesten Formen der Civilisation zuerst bekannt geworden, können wireö nur beklagen, daß ein Volk, dessen natürliche Liebenswürdigkeit alleBesucher entzückte, zugleich Versucher unter ihnen fand, und nicht, wie essein sollte, mit dem besseren Glauben auch die bessere Sittlichkeit an ihnen