faßt dm typischen Charakter der Gruppe und seine Schilderung muß daherallen anderen Betrachtungen vorangehen. —
Die Grundlage des Skelets in seinem fertigen Zustande bilden zylin-drische, vorzugsweise aus phosphorsaurer Kalkcrdc bestehende Körper, denenein weiches, elastisches, aus Zellen entstandenes thierischcs Gewebe, dieK norpel su b st anz, zur Basis dient. In die Masse desselben, wie csscheint in die Höhlen der Zellen, setzt sich die Kalkcrdc zuerst ab, und durch-dringt von da aus uach und nach mehr oder weniger daS ganze Knorpcl-gcwcbc. Solche verkalkte Körper sind die Knochen. Sic behalten anihren Enden in der Regel einen freien Knorpclüberzug und stoßen mittelstdesselben an einander, entweder innig dadurch verbunden (Verknorpe-lung), oder bloß neben einander liegend, und durch andere thierischcGewebe im Umfange des Knorpels an einander geheftet (Gelcnkung).Nur an wenigen Stellen (dem Schädel) greifen die Knochen selbst mitzackigen Rändern in einander, und bewirken eine sehr innige Verbindung(Naht) ohcke Beweglichkeit, die bei jenen früheren Verbindungsartenthcilweis oder vollständig sich erhält. Der Verein dieser sämmtlichenKnochen zu einem Ganzen ist das Skelet; seine Anlage folgt natürlichbestimmten Gesetzen und ergiebt ein Grundschema, daö bei allen Rückgrat-thieren wicdcrkchrt und durch die Modifikationen, welche sein Typus erlaubt,die verschiedenen Klassen der Rückgratthierc möglich macht. Ehe wir diesekennen lernen, muß unS das Grundschema bekannt sein; cs hat folgendeAnlage.
Zahlreiche kurzzylinbrischc Knochen verbinden sich durch Verknorpelungzu einer wagrecht gestellten Säule von unbestimmter Länge; diese Säule,welche man füglich mit künstlichen, auö abwechselnden Sanbsteinstückcnund Mörtelschichten aufgeführten Säulen vergleichen kann, heißt Wirbel-säule, und jedes einzelne Knochenstück Wirb c l. Die Wirbel sind aberkeine ursprünglich einfachen Knochen, sondern sic entstehen, allgemein ge-nommen, wohl immer aus vier Stücken '), welche man Wirbclclcmcntegenannt hat. Es geht nämlich der ganzen Wirbelsäule gleichsam als ihrWegweiser ein zylindrisches Knorpclfädchcn, die Rückensaite (Gmrilu«lorsaliH, vorher, und darauf setzen sich von links und rechts, oben wie
1) Die Grundbestandtheilc eines Wirbels, wenigstens seine verschiedenen Osfifika-tionspunkte, sind nicht bei allen Wirbelthicrklaffen in gleicher Zahl vorhanden. Siehtman aber von den untergeordneten Differenzen und örtlichen Modifikationen des Typusab, so möchte die Annahme von vier Wirbclelcmcntc» die richtigste bleiben.