alle Hauptunterschicdc des Baues darstellenden Arten. Ihre harten Schaalenrigncten sich sehr zur Pctrifiration, und kommen in allen neptunischcn Schich-ten der Erde, theils in Abdrücken als Kern, theils selbst versteinert vor.
In vielen Beziehungen läßt sich die dritte Ordnung als eine denMuscheln entgegengesetzte Gruppe betrachten, insofern bei beiden die for-melle Anlage des Körpers gleich ist, die Ausführung des Typus aber einedurchaus verschiedene. Denn die Comprcssionsrichtung, welche den sym-metrischen Bau näher bestimmt, geht bei den Brachiopoden von obennach unten, dagegen nach links und rechts bei den Muscheln, und verursachtbei ihnen scharfkantig vorspringendc symmetrische Seitenränder, währendalle Muscheln flach abgeplattete Seiten besitzen. Im klebrigen ist der Leiballer Brachiopoden von einem zwcilappigen Mantel umhüllt, der von hin-ten nach vorn über den Rumpf herabhängt, und eine zwciklappigc Schaaleabsonbert. Da, wo beide Schaalenhälsten Zusammenstößen, tritt statt dcSSchlosses und Bandes der sticlförmige Fuß hervor, mit welchem alleBrachiopoden sich an Gegenständen des Meeres, das sie ausschließlich be-wohnen, anheften, aber nie gleich den Muscheln in den Boden einbohren.Sie sind daher firirte Thicrc, welche statt beS respiratorischen Wasserstromesder Muscheln die beiden ».eben dem Munde angebrachten, hier sehr langenarmförmigcn Hautlappen als Fangorgane benutzen, indem sic dieselbenschnell ansstrecken und wieder einzichen, dadurch einen Strudel im Wasser-erregend, der ihnen ihre Nahrung zuführt. Ein besonderes Respirationö-organ haben sic nicht, der freie Theil des Mantels vertritt seine Stelle,und zu ihm gelangt dasselbe Wasser in rhythmischen Pausen, indem esdurch die Bewegung der Mundlappcn ober Arme in die offene Schaale ein-und ausströmt. Mehrere Muskeln, die vom Thicre zur Schaale gehen,bewerkstelligen ihren Schluß, während ein eigenes Gerüst der flachen, innormaler Stellung des Thiercs unteren Scbaalc den ArmmuSkeln alsStütze dient. Gewöhnlich ist diese Schaalenhälfte kleiner als die obere,mehr gewölbte, tiefere. Die Gcschlechtswerkzeugc scheinen von denen derMuscheln nicht abzuweichen. — Gegenwärtig findet man von diesen Ge-schöpfen nur noch sehr wenige Repräsentanten auö den Gattungen lliugulii,Orlürulg und 'l'oi-elu-gtula ; aber in früheren Perioden war das Meer zuallen Zeiten mit zahlreichen Gliedern dieser Ordnung in vielen abweichende»Gattungen (z. B. llracluetus, lleptaoa, Liiloaolii, 8pi>-i1o>-, Ortkiis, l)vl-bevölkert, was vielleicht mit einem harten felsigen Meeresboden undallgemein größerer Mecrcsticfc in Harmonie steht. Denn an Bedingungendieser Art scheinen die Brachiopoden gefesselt zu sein.