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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
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Die Formation dos Jurakalkes wird von dm Engländern alsOolithgruppe bezeichnet, weil in ihrer Hcimath mächtige Kalklager ausdiesem, seiner kugelig-schaaligen Absonderung wegen merkwürdigen Gesteinbestehen. Sic tritt mit ganz ähnlichen Schichten auf, wie die vorige, istindessen bei weitem ärmer an Sandsteinen. Nach L. v. B u ch 's neuerervortrefflicher Darstellung des Jura in Deutschlands bildet derselbe hier sogut, wie in England, wo er besonders vollständig ist, drei sicher unter-schiedene Abschnitte, welche von ihm unterer, mittlerer und ober e rJura genannt werden. Der erste führt jetzt allgemein den englischen Na-men LiaS, wogegen in Deutschland die Bezeichnung schwarz er Jura,von der dunklen Farbe seiner Gesteine hergcnommcn, in Vorschlag gebrachtwird. Er besteht vorzugsweise aus einem schwarzgraucn Kalkstein oderMergel, dessen obere Schichten schieferige Struktur annchmcn und darnachLiasschicfcr heißen. Die auffallend bituminöse Beschaffenheit, welchemit der dunklen Farbe in Harmonie steht, ist für den untern Jura charakte-ristisch ; beide beweisen im Verein mit den ganz cigcnthümlichen organischenBcischlüssen, den Bclcmnitcn, den A m monitc n mit am Rande viel-fach gefalteten Querschcidewänden, und den Jchthy osauren, daß dieErdoberfläche beim Beginn der Jurabildung einen ganz veränderten Cha-rakter erhielt und kaum irgendwo wieder eine so scharfe Differenz der Ver-hältnisse eintrat, als dies Mal. Die so wesentliche Gcstcinsbcschaffcnhcitdes Lias dauert indeß nicht lange, denn seine Gcsammtmächtigkeit beträgthöchstens 500 Fuß. Gewöhnlich liegt ganz unten eine sehr dunkle Kalk-bank, worauf die durch Verwitterung des Bindemittels hellfarbig geworde-nen Lias fand st eine mit den ersten Belcmniten folgen. Stengel-förmige, verzweigte Abdrücke, welche an die Nctzform mancher Konservenerinnern (daher Fucoidcnsandstcin), oder sogar förmliche, selbst bau-würdige Kohlcnflötze (z. B. bei Hclmstädt), zeichnen diese Schichten beson-ders aus; sic werden vom blauschwarzcn Liaskalk mit Gryphäen über-lagert, die auch ihre Namen zur Bezeichnung des Kalkes (Gryphitcnkalk)hcrgcbcn mußten. Daran reiht sich ein mächtiger Petrcfakten armer Thon,den der reichhaltige, grauschcckigc, harte Stcinmergel als Hauptschicht desLias mit zahlreichen organischen Resten überlagert. Dann kommen wiederärmere Thonc und endlich zuletzt die schieferigen Mergel (Liasschicfcr) mitden Gebeinen der wunderbaren Amphibien. Der LiaS ist also eine sehrcigenthümlichc, mehr abgeschlossene Schicht, welche an den charakteristischen

2) Nbhandl. der Berliner Akademie aus dem Jahre 1837. Berl. 1839. S. 49ff.