fränkischen Schicfergcbirgc und Ricscngcbirge — lauter Ge-grnden, deren Gesteine zum Theil aus gleichartig streichenden und einfal-lenden Grauwaekengliedern bestehen — die unteren Abtheilungen der Silu-rischen Formation zu fehlen, und erst die jüngeren, vom Dudlcy-Kalkc auf-U'ärtssteigenden entwickelt zu sein. Ucberraschender noch als diese That-sache klingt aber die Annahme, daß nicht, wie in England, die nördlichenGlieder der Schichtcnfolge älter sind, als die südlichen, ihnen aufgclagcr-ten; sondern gerade umgekehrt die südlichen für älter gehalten werdenmüssen, als die nördlichen. Dafür scheinen wenigstens im Harze und rhei-nischen Schiefcrgcbirgc entschiedene Thatsachen zu sprechen. Anders da-gegen verhalten sich die weiter östlichen und nördlichen Grauwackcnsystcme,zunächst das böhmische, welches über das ganze Flußgebiet der Bcraunsich verbreitet, und an der Moldau die unmittelbaren Umgebungen Pragsbildet, — eine langgezogenc, von 88VV nach IX.^O streichende Mulde dar-stellend, deren Schichtcnfolge durch tiefe Flußeinschnittc mannigfach bloß-gclcgt ist. Hier lassen sich die Aequivalcnte der Llandeilo-flags in dichtenschwarzgraucn Grauwackcnschicfcrn und die Caradoc-Sandsteine als gelb-braune, sehr sandige Grauwacke nicht verkennen; analoge Versteinerungen,den sännntlichen Transitionsschichtcn des übrigen Deutschlands in dieserForm fehlend, beweisen ihre Identität aufs Entschiedenste. Eben so wenigvermißt man die Wenlock- und Ludlow-Formationen; mächtigeschwarzgrauc Kalke, welche nach ihren organischen Beischlüssen in zweiEtagen zerfallen, und in der obern immer mehr kiesclige Bcstandtheilc aus-nchmen, je jünger sic sind, vertreten ihre Stelle. Noch deutlicher wird derParallclismuS mit den englischen Schichten in Rußland, wo am Süd-rande des Finnischen Meerbusens, weit über Petersburg hinaus biszum Onega-See, die Grauwackenformation unmittelbar unter Diluvial-gebildcn mit fast horizontaler Stellung ihrer Schichten daliegt; in gleicherWeise über die Inseln Oescl und Gottland durch einen Theil des süd-lichen Schwedens, an den isolirt dastehenden Bergen der Kinnckullc, desBillingen, Mössebergs u. s. w., und in Norwegen am Christiania - Fiorbsich hinziehend. Uebcrall folgt hier dem blauen, selbst plastischen Thon,welchen wir früher zum Cambrischen System rechneten, ein hellfarbigerlockerer Sand mit zahllosen Brachiopoden (Ungutsten) und ein schwarzerAlaunschiefcr, dessen Versteinerungen denen der Llandeilo-flags entsprechen.Mächtige grünlichgraue, bei Christiania sogar schwarze Kalksteine, ruhenauf dem Alaunschiefer und vertreten die Stelle des Caradoe-Sandstein,erscheinen also in einem von dem seinigen sehr verschiedenen Materiale.
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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
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