Verwittcrungsprodukt, „als dcr erste Wasserschlamm des anfangs nochheißen, ipätcr temperirtcn Weltmeers" betrachtet wird. Er ist ein mäch-tiges und >chr allgemein verbreitetes Gestein, das in seinen untersten, zumThcil schwach krpstallinischen Straten, dem Urtho »schiefer, noch keineVersteinerungen enthält, und sich durch die Grabe dcr Schieferung mehrfachunterscheidet. Schichten von rein schwarzer Farbe und sehr deutlicher, aberfalscher (S. 211)Schicferbildung geben den Tafel- oder Dachschicfcr;fein erdige, doch mehr in sich fest zusammenhängende Straten werden alsWetz schiefer aufgcführt, und wie jene zu Schreibtaseln und Dächern,so diese zu Schleifsteinen benutzt. Dcr schwarze verdankt seine Färbungsein zcrthciltcr, mit dcr Thoncrde gemischter Kohle, die auf organische Sub-stanzen hinwcist; der braune ist eisenhaltig und dcr häufigste; stellenweiswird dcr Thonschicfer auch grünlich. Oesters ist er innig mit Schwefelkiesgemischt, und eignet sich dadurch zur künstlichen Darstellung dcS Alauns,einer Verbindung von schwefelsaurer Thoncrde mit schweselsaurem Kali.Aus diesen deshalb Alaun schiefer genannten Thonschicfer wird mitErfolg Bergbau betrieben. Erzgänge und Lager kommen ebenfalls imThonschicfer vor, und manche sind von besonderer Mächtigkeit, wie dasgroße Lager des R ammclsbcrgcs bei Goslar. —
Nächst dem Thonschiefcr ist das allgemeinste Gestein dieser Gruppe dieGrauwacke, ein inniges Gemisch feiner Quarzkörner und Thonerde vonnicht geringerer Festigkeit. Sie hat eine mehr lichte, grauliche, braune,selbst röthliche Farbe, ist rauher, zäher als dcr Thonschicfer, minder deut-lich geschichtet, und im Ganzen reicher an Versteinerungen. Je nach denAnthcilcn von Sand und Thon in ihr hat sic bald mehr das Ansehen einessandigen Thonschicfcrs, oder das eines thonigcn Sandsteines, und gehtstcllcnwcis in fast reinen Quarzsand über. Bei deutlicherer Schieferungwird sie Grauwacken schiefer genannt, oder, wenn die einzelnenQuarzkörncr ihre Begrenzung verlieren und als Kiesclmasse von Thondurchdrungen auftreteN, Kieselschiefer; an einzelnen Stellen bildet sicConglomcrate, indem sie Bruchstücke krpstallinischcr plutonischer Gesteineumschließt. Die Anwesenheit solcher Bruchstücke in ihr beweist, daß zurZeit dcr Grauwackenbildung schon Eruptionen stattgefunden hatten, undZüge massiger Gesteine über das geschichtete Niveau hervorragteu.
Das dritte Hauptgcstein der Grauwackcngruppc ist ein sehr fester,harter, derber Kalkstein, welcher zum Unterschiede von späteren Gebildenähnlicher Art mit dem Namen G r a u w a ckenkal k st c i n oder U e b c r -gangskalk belegt wird. Im Ganzen hat er eine mindere Mächtigkeit,