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ganz verschwunden. Zweimal früher, im Jahre 1638 und 1720, fandenschon ähnliche Erscheinungen bei den Azoren statt, und mehrmals beob-achtete man verwandte Bildungen im Acgäi sehen Meere, zumal beiSantorin, wovon bereits früher (S. 75) beispielsweise die Rede war.Während hier die neu entstandenen Kegel sich zum Thcil erhielten, sindauch die bei Island vor dem großen Ansbruch des Skaptar Jökul von1783 im Meere entstandenen wieder verschwunden. Einen ähnlichen Fallkennt man aus der Reihe der Alcutcn, wo man 1796 die neue Inselneben Umnak cmporsteigen und fortdauernd bis 1806 sich vergrößern sah,seit welcher Zeit ihre Eruptionen aufhörten. Sie steht noch, und soll meh-rere tausend Fuß Höhe haben. —
Wenden wir uns nach diesen Angaben über Eigenschaften und Wir-kungen der Erdbeben zur näheren Untersuchung ihrer Ursachen, so ist eszunächst wohl einleuchtend, daß sic von denen vulkanischer Eruptionenüberhaupt nicht verschieden sein werden, da sie ja alle mit solchen Phäno-menen in Beziehung stehen, und stets den Bildungen neuer Vulkane undvulkanischer Ausbrüche vorangehen. Wenn wir also früher die Hebungder Lava, As che und Lapilli vermittelst des Durchbruches gasförmigerStoffe und ihrer hebenden Kräfte erklärten, so dürfen wir auch die dabeistattfindenden Bodencrschüttcrungcn dein Drängen solcher cingcprcßtcn, aufeinen zu kleinen Raum beschränkten und einen Ausweg suchenden Dämpfezuschreibcn. Unter allen Gewalten, die wir kennen, sind die Kräfte ein-geengter Gase die heftigsten ; ihre Wirkungen also auch sicher die großartig-sten. Nirgends aber werden die durch Erdbeben und vulkanische Eruptio-nen hervorgcbrachtcn Phänomene der Umwälzung und Zerstörung von an-deren tellurischen Erscheinungen ähnlicher Art an Ausdehnung übertroffen,so daß schon eine ganz äußerliche Uebercinstimmung auf die Gleichmäßig-keit von Ursache und Wirkung uns Hinweisen muß. Kommt nun nochhinzu, daß Wasscrdämpfc und gasförmige Stoffe der verschiedensten Artaus den Kratern der Vulkane entweichen; daß sich in den Vulkanen einHitzgrad findet, der manche feste Substanz in Gasform verwandelt, unddaß auch da, wo keine offenen Vulkane sich zeigen, solche Stoffe aus dendurch Erdbeben entstandenen Spalten auögcsprüht werden; so ist wohlmehr als eine bloße Wahrscheinlichkeit vorhanden, wenn wir den cingcprcß-tcn Dämpfen das ganze Phänomen der Bodenerschüttcrung, der Bcrstungund des Emporsteigcns unterirdischer Stoffe zuschrciben. Dieser Ansichthuldigt denn auch die gegenwärtige Theorie der Erdbeben vollständig, siewar aber lange Zeit noch uneins über die Beschaffenheit der Dämpfe selbst.