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Geschichte der Schöpfung : eine Darstellung des Entwicklungsganges der Erde u. ihrer Bewohner ; für die Gebildeten aller Stände
Entstehung
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Brandung bekanntes Anprallrn, drin auch die härtesten Gesteine nachund nach theilweise unterliegen. Sic ist die Ursache, warum inan deinMeere, ganz wie den Flüssen, iin Allgemeinen eine die Ufer zerstörendeEinwirkung beilegen und ihm einen tun so größeren Einfluß auf die Ge-staltung derselben zuschrciben muß, je weicher das Erdreich ist, aus den, sicbestehen. Wir sehen auf solche Weise das Meer nach und nach Land-zungen in Inseln verwandeln, die letzteren verkleinern oder sic endlich ganzzerstören; ein Schicksal, welches nach den bisherigen Untersuchungen überihre einstmalige Ausdehnung, z. B. der kleinen Insel Helgoland an derMündung der Elbe bcvorsteht, wenn cs auch erst spät, nach Verlauf vonJahrtausenden, wirklich bei ihr cintrcten mag. Bisweilen stürzt es sichunter heftigen Stürmen in kleine Buchten dcö Ufers und höhlt dieselbenaus, daß sie zu Meerbusen sich gestalten. Wir haben in unsrem Vaterlandcmehrere beglaubigte Beispiele der Art aus historischer Zeit ; eins der jüngstenwar die Bildung dcö Dollarts neben der Emsmündung, welcher vomJahre 1277 bis zum Jahre 1539 nach und nach vom Meere aüSgehöhltwurde; früher (1218) entstand die ganz ähnlich gebildete, aber viel größereIah de neben der Wescrmündung, und um dieselbe Zeit (von 1219 bis1282) die Verbindung des vormals geschlossenen Zuidcrsccs mit demMeere. Noch kämpfen mit den Wogen die zahlreichen kleinen Düncninseln,welche sich an der Westküste Schleswigs von Jütland bis nach Holsteinhcrabziehen; manche sind schon von ihnen zerstört worden, und alle gehen,gleich Helgoland, einem späteren Untergänge entgegen. Auch die ähnlichgelegenen Küsteninseln Hollands und OstfricSlands ändern ihrenUmfang fast jährlich.

An den bezeichncten Stellen findet das Meer nur flache sandige Ufer,von denen es leicht Theile hinwcgspült, selbst wenn ihre Ränder sich zunatürlichen Sanddämincn, welche die herrschenden Seewinde aufgeschüttethaben, sogenannten Dünen (vcrgl. S. 14) erheben. Diese Sanddünensind eine fast allgemeine Eigenheit aller nordwestwärtS gewendeten KüstenDeutschlands, wie Hollands; sie setzen allerdings dem unmittelbaren An-prallen der Wogen einen gewissen Damm entgegen, sind indeß zu schwach,um allen Hebelgriffen der See zu widerstehen. Sic werden vielmehr vonden sturmbewegten Wellen thcils durchbrochen und die hinter ihnen liegen-den flachen Ufcrstrccken haffartig ausgchöhlt (S. 15), theilS ganz abgespült,oder von den Seewinden weit ins Land hineingewcht, geben dadurch Ver-anlassung zu einer fortschreitenden Versandung dcö Bodens, und schadenauf solche Weise mehr, als sic etwa nützen durch daö Brechen der Bran-