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wir in dm Hochgebirgen so oft antreffen, mit großartigen Umwälzungenverbunden waren. Ja viele Durchflüsse sind ohne Zweifel nicht von denStrömen geschaffen, die darin fluchen; ein großer Theil mag ursprüng-lich auf Spalten und Lücken beruhen, die der Fluß vorfand und höchstensnur erweiterte. So hat der Rhein seinen Weg zwischen dem HundSrückund Taunus erst langsam sich bereitet, und desgleichen der Main denzwischen dem Odenwald und Spessart. Dasselbe ist von demDurchbruch der Elbe durch das Erzgebirge zu behaupten; in allen dreiFällen scheint der Strom eine Vorgefundene Lücke nur breiter gemacht unddem vormals sceartig hinter dem Durchbruche aufgestauten Wasser allmäligeinen Abzug bereitet zu haben, der bis auf den heutigen Thalgrund cin-schnitt. Auch der Durchtritt der Weser durch die porto wostjilnilioaberuht wohl auf einer tiefen Spalte im Gestein, welche das durch sie ab-flicßende Wasser langsam bis zu ihrer jetzigen Größe auödehnte. Vor die-ser Zeit waren die Niederungen des Elsasses und Badens, der Mainkreis,daS Fürstenthum Lippe mit seinen Umgebungen und Böhmen aufgestautcWasserbecken, deren Gehalt durch den Fortschritt des Flußeinschnittes stu-fenweiS erniedrigt wurde, bis seine Tiefe allem Wasser einen Abzug vcr-stattete. Bei weitem die meisten engen Flußthäler sind als solche Productcdes Flusses zu betrachten; sic entstanden aus ursprünglich vorhandenenVertiefungen, in denen das von allen Seiten hcrabfallendc Wasser sichsammelte und je nach der Neigung des Bodens fortlief, bis es einen natür-lichen Ausweg fand; denn nur wo ein solcher fehlte, brauchte cs sich einenzu bahnen. Es liegt in der Natur der Sache, daß cö schwieriger ist füreine fließende Wassermassc, eine entgcgenstehcnde Felswand zu durchbrechen,als um dieselbe herum einen Ausweg zu suchen; und da nur selten Höhen-zügc eine gleiche Erhebung an allen Stellen zeigen, so konnte in vielenFällen schon eine geringe Ansammlung von Wasser hinreichen, den Strombis zu einer niedrigen Stelle des Dammes zu erheben, lieber diese wegführte er, nach Art des Simcto, die Lücke bald mehr aus und schnittsich allmälig bis zu der gegenwärtigen Tiefe ein, ohne je Verwüstungenund Umwälzungen von irgend einer Bedeutung oder Ausdehnung übergrößere Flächen angerichtet zu haben. Durchbrüche in solcher Weise zeigenu»S die meisten, wenn nicht alle Flüsse, deren Bett verschiedene Boden-erhebungen durchläuft.
Zur Veranschauung der eben erörterten Hergänge mag der beigegebcneHolzschnitt dienen; er zeigt eine Irländische Gegend mit dem kleinen Flüß-chen Durnthollet, wie es aus einer engen Schlucht im Glimmerschiefer