unterrichtete und mit beträchtlichem Capitalc ausgerüstete Unter-nehmer sich der Landwirthschaft widmen, leicht wieder größereBesitzungen entstehen, weil die kleinen Landwirthe ihre Grund-stücke bei der Concurrcnz der Begüterten nicht zu behaupten ver-mögen; hiedurch stellt sich dann der größte Reinertrag des Bo-dens wieder her, die zahlreichen kleinen Landwirthe aber werdenaugenblicklich in eine bedrängte Lage versetzt (S).
(a) „Die Gewohnheit, die Güter nicht getheilt zu sehen und die Ucber-zeugung von ihrer Nützlichkeit hat sich so sehr in Flandern erhal-ten,. daß, wenn noch heute ein Bauer mit Tod abgeht und mehrKinder hinterläßt, als aus der Baarschaft oder den Allodien be-friedigt werden können, die Erben nicht daran denken, sich in de»Hof zu theilen, obgleich er keinem Lehnverbande noch Majorats-rcchte unterworfen ist. Sie verkaufen ihn vielmehr in Masse undthcilen sich in den Erlös. Sie bettachten das väterliche Gut alseinen Edelstein, der an Werth verliert, wenn er durchgesägt wird."Schwerz, Landw. Mittheil. I, 185. — In einem rauhen Klima,wo die Feldarbeit einen längeren Lhcil des Jahres hindurch unter-brochen ist, kann schon deßhalb die Theilung ohne schädliche Fol-gen nicht so weit gehen, als in einer milderen Gegend. In dengut bewässerten Gegenden von Spanien ist der Kleinbau herrschendund zweckmäßig, in den trockenen Gegenden müssen größere Gütersein, weil man nur 1 Ernte jährlich nehmen kann und Mühe hat,den Futterbedarf zu gewinnen, de Jovellanos, Gutachten . . .z. e. landw. Gesetzgeb. D. von Begucli», 1816. S. 61.
(ä) „Die Auslage für die Arbeit ist heutiges Tages so groß und dieLandrente so hoch, daß der Gewerbsgewinn von einem kleinenGute nicht mehr zureicht, um auch bei der größten Genügsamkeiteiner Familie behagliches Auskommen zu gewähren. Wie nachthci-lig es auch immer für die Entstehung einer zahlreichen und kraft-vollen Bevölkerung sein mag, die großen Güter vermehren sich undsie müssen cs, damit ihre Bewirthschaftcr (llioir IioNlers) ihrenUnterhalt finden, und die kleineren Pachter werden gezwungen,sich anderen Gewerbsbeschäftigungen zu widmen." 8i»oi-iir, lloileot' uxric. S. 87 der 3. Ausgabe. — Die englischen landwirthschaft-lichen Schriftsteller klagen über den schlechten Zustand der kleinenLandwirthe (Häusler, cottiors). Auch in Irland fangen dieGrundeigner an, die kleinen Pachtungen in größere zusammen zulegen. — Hanssen, Histor. statist. Darstellung der Insel Feh-marn, Altona, 1832, S. I S7. Hier wird ein ähnliches Beispiel desZusammenkaufens kleiner Güter aus Rheinbaicrn berichtet. — Schil-derung der übermäßigen Zerstückelung im berner Oberlande beiKasthofer, Alpenreise über den Brünig, >825, S. 2l). Im DorfeAarmühle haben 4l1 Proc. der Familien keine Kuh, und die Zahlder Kühe nimmt überhaupt ab» Selbst einzelne Obstbäume habenmehrere Eigenthümer.
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Die großen und kleinen Güter müssen auch in Ansehung der