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Grundsätze der Volkswirthschaftslehre
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den, daß bei hohem Lohne die Arbeiter geneigt werden möchten,einen Thcil ihrer Zeit im Müßiggänge hinzubringcn, weil untersolchen Umständen der Lohn einiger Arbeitstage zum Unterhalteauch für mehrere weitere Tage zureicht, allein eine solche Hand-lungsweise setzt einen Grad von Rohheit und Trägheit voraus,der von der zunehmenden Bildung verdrängt wird. Je mehr derArbeiter künstliche Bedürfnisse annimmt, desto mehr hat er An-trieb, viel zn erwerben. Der Anblick der Lebensweise in den höhe-ren Ständen gicbt ihm ein Ziel, nach dem er eifrig strebt. Am er-sten könnte noch ein plötzliches starkes Steigen des Lohnes vor-übergehend jene nachthciligc Wirkung haben, ein allmäligcs läßtsie nicht erwarten, weil während desselben zugleich mehr Bedürf-nisse angenommen werden, und die Erfahrung der gcwerbflcißig-stcn Länder beweist es, daß hoher Lohn und großer Fleiß sehrwohl vereinbar sind.

§. 201 l>.

Die Umstände, von denen die Lohnarbeiter eine Verbesserungihrer Lage erwarten können, liegen thcils in ihrer eigenen Ge-walt, theils außerhalb ihres Einflusses. Zu den letzteren gehörendie günstigen Gewcrbsverhältnissc eines Landes, die Neigung derGrundeigncr, Capitalistcn und Unternehmer zum Ucbcrsparcnund zur Anlegung des Ersparten im Lande, die menschenfreund-liche Gesinnung der Lohnherren, die auch ohne größere Ausga-ben manche wohlthätige Einwirkung äußern können («), endlichdie Maaßregeln der Negierung und dcrgl. Zu den Umständender ersten Art sind dagegen zu rccbnen (/-): 1)Gcschicklichkeit undFleiß der Arbeiter, die in Verbindung mit dem Stücklohn ammeisten zur Vergrößerung des Arbeitseinkommens beitragen,§. 188; 2) sparsame Lebensweise, die ihnen die Erübrigung eineskleinen Capiralcs oder wenigstens eines Hülfsvorrathcs (Z.201.Nr. 3.) möglich macht (<?) ; 3) Vermeidung der leichtsinnig undzu frühzeitig geschlossenen Ehen, noch ehe der Erwerb gesichertund einiges Vermögen erspart worden ist, Z. I»6. Je mehr Vor-sicht in dieser Hinsicht herrschend wird, je mehr der Arbeiter aufeinen sorgenfreien Zustand, aus die bessere Erziehung seiner Kin-