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Grundsätze der Volkswirthschaftslehre
Entstehung
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Der Unterholtsbedarf muß nicht blos auf dic Dauerder Arbeit, sondern auch auf die Jahre der Kindheit und Jugendbezogen werden, in welchen der künftige Arbeiter noch nichts er-werben kann, und überhaupt muß der Lohn der Arbeiter zu demUnterhalte ihrer Familien hinreichcn (»). Ware das Lohnein-kommcn dafür zu gering, so würde die arbeitende Classc minderzahlreich werden und es würde an Arbeitern zu fehlen anfangen,bis das verringerte Angebot von Arbeit den Lohn wieder in dieHöhe brächte. Dieß gilt wenigstens von der gemeinen Lohnarbeit,welche nur die spärlichste Vergütung erhält, und von der mitt-leren Zahl von Mitgliedern einer Familie (S). In den künst-licheren Arbeitszwcigcn kann es geschehen, daß nach der dabeiherkömmlichen Lebensweise der Lohn blos für einen einzelnenArbeiter ohne Familie ausrcicht, und dennoch durch Zudrang ausden unteren Classen die Zahl der Arbeiter unvermindert bleibt(a).

(a) Auf eine Familie kommen im Durchschnitte 4'/, Köpfe. Bei Tag-löhnern nimmt man an, daß die Frau ungefähr halb so viel er-werbe, als der Mann, oder auch nur ein Drittheil, theils weilder weibliche Laglohn geringer, theils weil sie öfter abgehaltenist, Lohn zu verdienen. Der Lohn des Mannes muß also bisdes Bedarfes einer solchen Familie einbringen, wobei aber nurunerwachsene Kinder zu rechnen sind, weil die älteren selbst Mit-arbeiten. Bei Verrichtungen, die etwas mehr Geschicklichkeit erfor-dern und daher eine reichlichere Einnahme zu Wege bringen, fälltder besondere Erwerb der Frauen ganz weg, oder steht wenigstensnoch mehr hinter dem des Hausvaters zurück. — Für Norddculsch-land berechnete Klebe (Gemeinhcitsthcil. I, 85.) den Unterhalteiner Taglöhnerfamilie auf ungefähr 160 rthlr. oder 275 fl., jetztwird derselbe in der Prov. Brandenburg auf 100 rthlr. (175 fl.)angegeben, wovon 75 rthlr. durch den Familienvater bei 7'/, Sgr.(26'/, kr.) Laglohn verdient werden. Für das südwestlicheDeutschland kann man bei 24 kr. männlichem Taglohn der Feld-arbeiter den Jahresbedarf einer Familie auf l50—160 fl. schätzen.Nimmt man den Centner Roggen dort zu 2'/,, hier zu 3 fl. an(also das Pfund dort zu 1'/., in Südwestdcutschland zu 1/ kr.),so beträgt der Familienbedarf in beiden Gegenden 7000 und 5333Pfd. R. jährlich. — Das Hausgesinde hat etwas mehr Güterge-nuß, als die Taglöhner, entbehrt aber dafür die Unabhängigkeitund das Leben in der eigenen Familie. Daher kommt ein Acker-knecht ungefähr so hoch zu stehen, als ein Taglöhner. Hoffmann,in Mögiin'schen Ann. XXIII, 285. — Rau, lieber die Landwirth-schaft der Rheinpfalz, 1830, S. 18. — Viele Angaben bei v. Len-gerkc, Landw. Statistik d. deutschen Bundesst., II. ( 1840.) Vgl.Storch, I, 189. — Lotz, Handb. I, 456. — Ricardo, S. 76(I, 134. fr. Ucb.). — Schmidt, Untersuch. S. 292. In Frank-reich muß, nach de Morogues, wenn eine Familie von Land-