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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
371
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welche die Feder handhaben müssen, ließe sich nichtgern nachrühmen, daß er einen guten schriftlichen Auf-satz verfertige?

Nun sollte man denken, Wunder, wie lebhaft,wie allgemein der Eifer und das Bestreben nach voll-kommener Schreibart, Wunder, wie auffallend undglänzend der Erfolg seyn müsse! Allein nichts weniger,als dieses! Der Mann von Verstand, Kenntniß undGeschmack sehe doch nur die gedruckten sowohl, alsungedruckten Schreibereien selbst unserer neuesten Zeitenan, und erstaune nicht über stylistische Gräuel jederArt bei einem wahrlich nicht kleinen Haufen unsererScribenten. Selbst große weit und breit umherrau-schende Namen sind davon nicht ausgenommen. Ichmuß es hier gerade heraus sagen, wie sehr es auchverdrieße, da cs meiner warmen Vaterlandsliebe nochweit mehr schmerzt, mit dürren Worten, von denennichts abgehen kann, muß ich's heraus sagen, daßmir aus der ganzen Literär-Geschichte kein aufgeklär-tes schreibendes Volk bekannt ist, welches im Ganzenso schlecht mit seiner Sprache umgegangen wäre, wel-ches so nachlässig, so unbekümmert um Richtigkeit undSchönheit, ja, welches so liederlich geschrieben hätte,als bisher unser Deutsches Volk.

Woran liegt nun diese so allgemein auffallende Zn-consequenz? Liegt sie an irgend einem Mangel richti-ger, deutlicher und vollständiger Begriffe, so wohlvon der Sache, als von ihrem Werthe? Liegt sie amMangel des gehörigen Eifers? Oder endlich an denMitteln, die man gemeiniglich zum Zwecke wählt?

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