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3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
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zu seyn scheint. Das End-g in gütig klingt, wiech in lieblich, allein in gütige klinget es anders,als ch in liebliche. Und wie? Fürwahr, wenn nichtvöllig, doch beinahe so weich, wie gütije. Dennnie habe ich inder gütige Gott" irgend einennicht grimassirendcn Hochdeutschen alle drei g übereinaussprechen hören. Noch offenbarer wird dieser Un-terschied, wenn die Ableitungssylbe i g zu Stammwör-tern kommt, die sich auf g endigen, z. B. geringfü-gig. Niemand wird geneigt seyn, das letzte g infügig dem vorher gehenden, wenn er dies andersrichtig im G-tone Nummer I ausspricht, gleich aus-zusprechen.

Diese Ausschweifung über die Aussprache des chund g geschah, um die Richtigkeit angesochtener Reime,wie Tag, sprach, Pflug, Buch, Molch, Er-folg/braucht, taugt, zeigt, reicht, liegt, riecht,drang, sank, u. s. w. zu retten. Ich kehre zu mei-ner Materie zurück.

Alle Wörter, in welchen diejenigen Consonantenund Wocale nicht völlig überein klingen, welche nachdem Urtheile Hochdeutscher Richtig-Sprecher und Hö-rer überein klingen müssen, sind unrichtige odervielmehr unreine Reime.

Unreine sind daher k. in Ansehung der Conso-nanten alle weiblichen Wörter, in denen b auf p,oder p auf b klappt. A. B. laben, Satrapen;Lobe, Trope; Glaube, Raupe. Richtig hingegensind die Männlichen, z. V. gab, Satrap. Denn bWird am Ende wie p ausgesprochen. Noch weniger.