128
Macduff.
O Schottland! Schottland!
Malcolm.
Ist ein solcher würdig, zu regieren, so sprich! Ichbin so wie ich gesagt habe.
M a c d u f f.
Würdig, zu regieren? Nein! Nicht zu leben. —O unglückliches Volk! Von einem unrechtmäßigen Ty-rannen mit blutigem Zepter beherrscht! Wann wirst duWiedersehen die Tage deines Heils? Da der recht-mäßige Erbe deines Thrones den Fluch der Verwerfungselbst über sich ausspricht, und seinen geheiligten Ur-sprung lästert! — Dein königlicher Vater war derbeste Fürst; die Königinn, die dich gebar, öfter auf denKnieen, als den Füßen, starb an jedem Tage ihresLebens! — So fahre denn wohl! Eben diese Laster,deren du dich selbst anklagst, haben mich aus Schott-land vertrieben. — O mein Herz! Hier endigt sichdeine ganze Hoffnung!
Male o lm.
Halt, Macduff! Diese edle Hitze, die Tochter derRechtschaffenheit, hat die schwarzen Zweifel aus meinerSeele verscheucht, und mich ausgesöhnt mit deinerAufrichtigkeit und Ehre. Der teuflische Macbeth hatmich schon durch mehr solche Vorspiegelungen in seinGarn zu locken gesucht; und das Mißtrauen that im-mer klug, die allzu eilfertige Leichtgläubigkeit im Zügelzu halten. Aber Gott im Himmel sey Zeuge zwischenmir und dir! Von nun an überlaff' ich mich ganzdeiner Führung, und widerrufe Alles, was ich gegen