Druckschrift 
3 (1844) Vermischte Schriften : Bd. 2
Entstehung
Seite
125
Einzelbild herunterladen
 

125

nicht beleidigen. Nichts, als meine eigene Sicherheitveranlaßt sie. Du kannst immer ein sehr rechtschaffenerMann seyn! was ich auch von dir denken mag.

Macduff.

So blute denn, blute, mein armes Vaterland!Setze dich immer fester, mächtige Tyrannei! denn Red-lichkeit wagt's nicht, dich zu erschüttern! Duldedeine Kränkungen denn dieser verzagt mit allen sei-nen Ansprüchen! Leben Sie wohl Prinz! Fürallen den Raum, den der Tyrann in seinen Klauenhält, und für alle Schätze des reichen Osten dazu möcht'ich der Schurke nicht seyn, für den Sie mich ansehen»Malcolm.

Werde nicht unwillig! Es ist nicht gerade lauterMißtrauen gegen dich, das aus mir redet. Ich glaubegern, unser Vaterland erliegt unter dem Joche; esweint; es blutet; und jeder neue Tag vermehrt seineWunden. Auch glaube ich gern, daß für mein RechtArme sich erheben würden. Gleich hier bietet mirEnglands Güte tausend wackere Leute an. Aber gesetztauch, ich trät' endlich auf das Tyrannen Haupt, odertrüg' es auf meinem Schwerte, so würde mein Vater-land alsdann unglücklicher seyn, als vorhin, von seinemNachfolger ärger und seltsamer gepeinigt werden, alsvon seinem Vorweser.

Mac duff.

Und wer wäre dieser Nachfolger?

Malcolm.

Wer? Kein Anderer, als ich! Ich, dem alle Ar-ten von Lastern dergestalt eingeimpst sind, daß, wenn